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Neuss: Alexius: Umbau für Flüchtlinge

Neuss : Alexius: Umbau für Flüchtlinge

Die Verträge sind unterzeichnet. Damit ist klar: Asylbewerber ziehen ins St. Alexius-Krankenhaus. Seit gestern wird der Gebäudekomplex bezugsfertig hergerichtet. Am Wochenende sollen die ersten Flüchtlinge kommen.

Ins ehemalige Krankenhaus St. Alexius zieht wieder Leben ein. Handwerker tragen Rigipsplatten ins Haus — Material, mit dem das Hauptgebäude, in dem ab dem Wochenende 150 Flüchtlinge einziehen sollen, vom übrigen Teil des weitläufigen Komplexes abgetrennt wird. "Wir haben unsere Arbeit abgeschlossen", sagt am Abend Bauunternehmer Hans-Josef Steinhäuser.

Auch Vertreter von European Homecare sind vor Ort. Das Unternehmen mit Sitz in Essen wird wie schon bisher die zentrale Unterberingungseinrichtung in Schöppingen nun auch das Neusser Asylheim betreiben. Die Betten, so versichert der Projektleiter, stehen im Depot bereit. Polizei und Feuerwehr inspizieren die Räumlichkeiten. "Wir sehen aber keine Probleme", sagt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold.

Es liegt eine Mischung aus Spannung und Neugierde in der Luft. Alle reden über die neuen Nachbarn, die noch gar nicht eingezogen sind. "Ich warte ab", folgt Gert Hartbaum einem rheinischen Grundsatz. Der Gastronom öffnete gestern wie jeden Tag um 15 Uhr sein Lokal "Zur Alten Wäscherei". Seit vor zwei Monaten die Patienten in den Neubau vis-à-vis gezogen sind, war es auf dem Alexianer-Gelände ruhiger geworden.

Das wird sich schon bald ändern. Nach tagelangen Verhandlungen hatten am Dienstagabend der Orden der Alexianerbrüder und die Bezirksregierung Arnsberg, die sich für das Land NRW federführend um die Unterbringung der Asylbewerber kümmert, den Vertrag unterzeichnet. Jetzt wird das Gebäude als Asyl-Unterkunft hergerichtet. Spätestens ab dem Wochenende sollen dort Flüchtlinge "wohnen" — zeitlich begrenzt bis zum 30. November 2013. Dann sollen auf dem 22 Hektar großen Areal die Bagger anrollen. Ein neues Wohnquartier für mehr als tausend Menschen ist geplant.

Diese massive Bebauung stört Nachbar Peter Ritters mehr als die Ankündigung, dass Asylbewerber ins "St. Alexius" einziehen werden: "Wir vertrauen auf die Umsicht des Ordens." Der Betrieb des Krankenhauses habe das Leben in der Nachbarschaft nie beeinträchtigt.

Der Betreiber European Homecare wird auch Angebote zur Freizeitgestaltung der Asylbewerber machen. Das kündigt Christoph Söbbeler an, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Das wird erforderlich sein. "150 Flüchtlinge überfordern uns", sagt Uschi Bischoff, die im Ökumenischen Arbeitskreis Asyl mitarbeitet, der nur sieben Frauen zählt, die ehrenamtlich arbeiten.

Gerd Faruß, Sprecher des Kinderhilfswerkes terres des hommes in Neuss, kann sich vorstellen, ein Programm für Kinder zu entwickeln. Terres des hommes habe bereits vor mehr als zehn Jahren mit Asylbewerber-Kindern in Uedesheim gute Erfahrungen gesammelt.

(NGZ/rl)