"Aktion Mensch" unterstützt das Frauenhaus des SkF in Neuss

Unterstützung für das Frauenhaus Neuss : Ein „Einsatzwagen“ für das Frauenhaus

„Aktion Mensch“ unterstützt Einrichtung des SkF. Der Verband betreute 109 Frauen und 158 Kinder.

Das „Fluchtauto“ ist rot. Mit Hilfe der „Aktion Mensch“ konnte der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) jetzt ein Auto anschaffen, um Schutz vor ihrem gewalttätigen Partner suchende Frauen und deren Kinder an geheimen Treffpunkten abholen und ins Frauenhaus bringen zu können. Ein Logo des SkF werde das Auto nicht bekommen, sagt Elke Kroner, denn Männer, die ihre Frauen möglicherweise verfolgen, sollen keinen Anhaltspunkt auf deren Aufenthaltsort erhalten. Schon jetzt komme es vereinzelt vor, dass Ehemänner auf einmal vor der Tür des Frauenhauses stehen – und sich nur von der Polizei fortbewegen lassen. Zuletzt war das am Montag der Fall.

Eigentlich unterstützt die „Aktion Mensch“ vor allem Initiativen in der Behindertenhilfe. Ein Zuschuss an den Fachverband SkF wurde möglich, erklärt Kroner, weil die „Aktion Mensch“ inzwischen auch Gewalt, die Kinder erfahren, als Handicap bewertet. Und das betraf auch 2018 keine kleine Gruppe.

109 Frauen suchten im vergangenen Jahr Schutz in der Einrichtung, 70 Prozent kamen in Begleitung ihrer Kinder. 158 Kinder musste so geholfen werden. Die Zahlen könnten höher sein, denn 87 Frauen und 92 Kinder mussten im Vorjahr abgewiesen werden, weil im Frauenhaus kein Platz mehr war. „Die unvermindert hohe Anfrage und Inanspruchnahme unterstreicht damit die Notwendigkeit der Schutzeinrichtung“, formuliert der SkF-Vorstand um Stephanie Sassenrath deshalb im gerade erschienenen Jahresbericht.

Eine dauerhafte Bleibe ist und war das Frauenhaus nicht. Sieben von zehn Frauen blieben weniger als eine Woche nur fünf blieben länger als ein halbes Jahr. Ein Grund für einen längeren Aufenthalt ist nach Darstellung des SkF auch der angespannte Wohnungsmarkt in Neuss.

Durch den Aufenthalt im Frauenhaus sei es mindestens 49 Frauen gelungen, sich von ihrem Misshandler zu trennen, heißt es weiter. „Nur“ 16 Frauen kehrten in die Lebensgemeinschaft zurück, aus der sie geflohen waren.

Vor dem Hintergrund der vielen Dinge, die nach einer Trennung geregelt werden müssen, kommt dem neuen Auto die Funktion eines wichtigen Hilfsmittels zu, sagt Kroner. Denn es transportiert misshandelte Frauen zu Ärzten genauso wie zum Jobcenter, Hausbesichtigungen aber auch zu Freizeitaktivitäten. Um Verfolger „abschütteln“ zu können sei der Wagen gut motorisiert.