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Neuss: Aidsberaterin fordert mehr Mut für den HIV-Test

Neuss : Aidsberaterin fordert mehr Mut für den HIV-Test

Gabriele Neumann informiert seit den 80er Jahren über die Krankheit Aids, die trotz jahrelanger Forschung immer noch nicht heilbar ist. Ihre Arbeit führt sie an Schulen, Jugendeinrichtungen und in die Erwachsenenbildung, und seit gestern auch auf den Neusser Markt. Dort zeigt sie gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Streetwork auch heute Präsenz, um zum Welt-Aids-Tag über die Krankheit zu informieren.

Die werde mittlerweile von vielen — gerade jüngeren Menschen — auf die leichte Schulter genommen, sagt die Aids-Beraterin des Rhein-Kreises. Denn die Krankheit, die in den 80er und 90er Jahren noch Panik verbreitete, werde von vielen Menschen nicht mehr richtig eingeschätzt. "Richtig ist, dass die Krankheit behandelbar ist, und das die Lebenserwartung mit HIV und Aids steigt", sagt Neumann. Dies dürfe aber im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass die Krankheit harmlos ist. "Sie ist nach wie vor unheilbar, bedeutet ein Leben mit Medikamenten", sagt Neumann.

Für den Rhein-Kreis, in dem Neumann die einzige Anlaufstelle für Betroffene ist — sie arbeitet eng mit den Aidshilfen Düsseldorf und Köln zusammen — gibt es keine Zahlen, wie viele Menschen an Aids erkrankt sind. In NRW sind es 18 000 deutschlandweit 78 000 Menschen, die mit HIV oder Aids leben. Für den Kreis schätzt Neumann einige Hundert Betroffene.

Die Sozialpädagogin bearbeitet drei Aufgabenbereiche: Neben der Prävention und der Betreuung von Betroffenen ist sie Anlaufstelle für Menschen, die sich auf HIV testen lassen möchten. Neumann wirbt für "mehr Mut zum Testen", denn Verdrängen nutze nichts. "Für jede neue Beziehung sollte man sich testen lassen", rät Neumann, der die 550 Tests, die sie im Jahr durchführt, lange nicht reichen.

Info Aidsberatung, 02131 928 5391

(NGZ/ac)