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Neuss: Ärger über Parkgebühren

Neuss : Ärger über Parkgebühren

Im Rheinpark-Center können die Kunden zwei Stunden frei parken, in der Innenstadt hat die City Parkhaus GmbH gerade erst die Gebühren erhöht. Die FDP hält das für falsch, die Händler wollen mit Erstattungen gegensteuern.

Zwei Stunden können die Kunden des Rheinparkcenters frei parken, ganz im Gegensatz zur Innenstadt: Hier wird ab der ersten Minute abgerechnet. "Den Händlern der City wird das schaden", sagt der Vorsitzende des städtischen Wirtschaftsausschusses, Hans-Peter Fantini (FDP). Dass es für die Neusser Innenstadt ein Rabattmodell gibt, mit dem Kunden ihre Parkgebühren verringern können, kritisiert er als "zu zaghaft". Die erst im Dezember beschlossene Erhöhung der Parkgebühren müsse zurückgenommen werden, fordert der FDP-Politiker.

Zustimmung dafür kommt vom Koalitionspartner CDU: "Die Gebühren sollten erneut auf den Prüfstand gestellt werden", meint der Parteivorsitzende Jörg Geerlings. Unmöglich ist das nicht: Immerhin ist die City Parkhaus GmbH eine Tochtergesellschaft der Stadt Neuss. Die Händler der Innenstadt wollen jedoch nicht darauf warten, dass die Parkgebühren sinken. "Kunden können schon heute kostenfrei parken", sagt Christoph Napp-Saarbourg, Vorsitzender der Händlergemeinschaft ZIN. Allerdings müssen sie dafür Eigeninitiative zeigen und beim Einkaufen Rabattkarten sammeln. Die Coupons im Wert von 70 Cent gibt es in rund 80 Geschäften der Stadt. Abgegeben werden sie allerdings erst, wenn der Kunde in den Läden auch tatsächlich etwas gekauft hat. Im Parkhaus können die Rabattkarten dann in den Parkscheinautomaten eingelöst werden.

Ein recht umständliches System, dass von den meisten Kunden in der City noch nicht angenommen wird. "Die Mehrheit hat es eben noch nicht registriert", glaubt ZIN-Chef Napp-Saarbourg. Er sieht in der Kooperation mit der City Parkhaus GmbH den richtigen Weg: Zwei Drittel der Kosten für die Rabattcoupons tragen die Händler, ein Drittel der Parkhausbetreiber. "Und die Kunden können so viele Rabattmarken einlösen, wie sie möchten", wirbt Napp-Saarbourg für das Projekt.

Es bleibt jedoch fraglich, ob die Kunden tatsächlich lieber Rabattkärtchen in der Innenstadt sammeln, wenn sie im Rheinparkcenter zwei Stunden entspannt bummeln gehen können – und zwar ohne den Druck, unbedingt etwas kaufen zu müssen. Genau das ist die Strategie des Hamburger Konzerns ECE, der das Rheinpark-Center in Neuss betreibt. Kostenfreie Stellplätze sollen die Kunden anlocken. Das macht die Einkaufsmeile abseits der City attraktiv, selbst wenn sich die kostenlose Parkzeit auf nur zwei Stunden beschränkt.

Danach ist das Parken im Einkaufszentrum sogar teurer als in der Stadt: 1,50 Euro verlangt das Shoppingcenter pro angefangene Stunde. In den Neusser Parkhäusern wird dagegen im 30-Minuten-Takt abgerechnet. Autofahrer zahlen 70 Cent für eine halbe Stunde und 1,40 Euro für die volle Stunde Parkzeit – zehn Cent weniger als die Gebühr im Rheinpark-Center.

(NGZ)