„Acoustic Concerts“ mit internationalen Künstlern in Neuss

Acoustic Concerts in Neuss : Konzerte mit Künstlern aus aller Welt

Als die Reihe „Acoustic Concerts“ mit Weltmusik vor sieben Jahren etabliert wurde, hatte wohl kaum jemand diesen Erfolg erwartet.

Die „Acoustic Concerts“ im Kulturkeller haben sich über die Grenzen der Stadt hinaus zu einem Forum für Weltmusik auf höchstem Niveau entwickelt. „Ich hätte zu Beginn der Reihe vor sieben Jahren nicht gedacht, dass uns das so schnell gelingt“, sagt die Neusser Kulturdezernentin Christiane Zangs. „Denn wie bei all unseren Konzerten in den einzelnen Reihen ist auch für die Weltmusik Qualität oberstes Kriterium.“ Nach Meinung der Dezernentin bietet besonders Kultur die Chance, sich auszutauschen, wie es ansonsten, gesamtgesellschaftlich gesehen, nicht möglich ist.

Das Duo Belem stammt aus Belgien. Didier Laloy (Akkordeon) und Kathy Adams (Cello) kennen sich schon lange. Foto: Lieve Boussauw. Foto: Lieve Boussauw

Und Kulturamtsleiter Harald Müller, der die Reihe 2012 begründet hatte, ergänzt: „Die Reihe ist eingebettet in unser Konzept ‚Neue deutsche Stadtgesellschaft’, denn 30 Prozent unserer Bürger haben einen Migrationshintergrund.“ Ihn befriedigt auch, dass zu den Konzerten dieser „Interkultur“ ein anderes Publikum kommt als zu den etablierten Konzertreihen. „Das stützt unseren Anspruch, möglichst breite Bevölkerungsschichten zu erreichen.“ Die Zuhörer schätzten auch das Gespräch mit den Künstlern in intimer Atmosphäre.

Das Duo Symbio ist in der schwedischen Folk-Szene zu Hause. Foto: Sona Hellmann

Dazu passt genau das erste Konzert mit dem „Northern Orient Project“ (17. November). Es ist als Dialogkonzert ausgewiesen, den die Musiker rund um den Dortmunder Andreas Heuser (Gitarren, E-Violine) untereinander und mit dem Publikum suchen. „Das ist das einzige Konzert mit Künstlern aus Nordrhein-Westfalen“, sagt Christian Weber vom Kulturamt, der die Reihe programmatisch inzwischen verantwortet., „ansonsten kommen die Musiker aus unterschiedlichsten Ländern.“

Das trifft gleich auf das zweite Konzert (1. Dezember) zu mit der Ausnahmekünstlerin Gasandji. Die im Kongo geborene Afro-Soul-Chanteuse, die in Englisch, Französisch und ihrer Heimatsprache Lingala singt, wird in Neuss ihr neues Projekt „Le Sacre“ vorstellen. Ihre einzigartige Stimme verrät dabei Einflüsse von Jazz, Soul und Reggae.

Das schwedische Duo „Symbio“ gilt als eines der aktuell interessantesten Phänomene der Folk- und Weltmusikszene. Originelle Kompositionen können erwartet werden, zudem seltener Instrumentenklang: Johannes Geworkian Hellman spielt ein Hurdy-Gurdy, eine Art Drehleier, Lars Emil Öjeberget Akkordeon und Kickbox (5. Januar).

Mit einem seltenen Instrument wartet auch das Trio „Brotherhood of Vibes and Grooves“ auf. Aly Keïta von der Elfenbeinküste ist einer der großen Virtuosen des Balafons (afrikanischer Vorläufer des Xylophons). Zusammen mit seinen Schweizer Freunden zelebriert er „African Jazz Trance“ (2. Februar).

Das belgische Duo „Belem“ mit Kathy Adams (Violoncello) und Didier Laloy (diatonisches Akkordeon) ist am 8. März im Kulturkeller Gast. Beide flirten mit Kammermusik, schätzen dabei das Tänzerische – von World über Chanson bis zu Eigenkompositionen.

Die mehrfach preisgekrönte Gruppe „Monsieur Doumani“ wurde 2011 in der zypriotischen Hauptstadt Nikosia gegründet. Inspirationsquelle des Trios mit Posaune, Flöte und Gitarre ist die zypriotische Tradition. In Neuss werden sie vornehmlich Songs aus ihrem letzten Album „Angathin“ präsentieren, für das sie im vergangenen Jahr den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielten (5. April).

Ebenfalls ihre jüngste CD „Levante“ präsentiert zum „Acoustic Concerts“-Saisonfinale am 3. Mai das Münchner „Corazón Quartett“. Die gemeinsame Leidenschaft für Weltmusik begeisterte die vier Profimusiker vor allem für südländische europäische Gitarrenmusik, aber auch für tropische Rhythmen aus Kuba und Brasilien.