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Neuss: „Achtet Pferd und Mensch!“

Neuss : „Achtet Pferd und Mensch!“

Neuss Innerhalb von nur einer Woche hat Trainer Axel Kleinkorres aus Neuss mit den Pferden Monreale und Electric Roi zwei große Rennen auf den Bahnen von Baden-Baden und Düsseldorf gewonnen. Nicht in Quakenbrück, Großenkneten, Wildeshausen oder Seckenheim, sondern auf bedeutenden Stätten des Weltsports Galopp. Kleinkorres arbeitet seit vielen Jahren auf der Anlage, die künftig als Obertorpark vermarktet werden soll.

Neuss Innerhalb von nur einer Woche hat Trainer Axel Kleinkorres aus Neuss mit den Pferden Monreale und Electric Roi zwei große Rennen auf den Bahnen von Baden-Baden und Düsseldorf gewonnen. Nicht in Quakenbrück, Großenkneten, Wildeshausen oder Seckenheim, sondern auf bedeutenden Stätten des Weltsports Galopp. Kleinkorres arbeitet seit vielen Jahren auf der Anlage, die künftig als Obertorpark vermarktet werden soll.

Die in der Beratungsunterlage der Stadt von der Verwaltung gewählte Formulierung "ob zu einem späteren Zeitpunkt der Trainingsbetrieb zum Wohle einer weiter optimierten Zugänglichkeit des Geländes ganz aufgegeben wird, sollte der künftige Betreiber des Obertorparks unter Abwägung sämtlicher Vor- und Nachteile entscheiden" löste bei Axel Kleinkorres blankes Entsetzen aus: "Man kann doch mit uns und den Pferden nicht umgehen wie mit wehrlosen Pappfiguren. Hier arbeiten viele Menschen, die in Neuss ihr Einkommen versteuern und am Leben der Stadt teilnehmen.

Das hier ist keine weltfremde Enklave am Rande der Stadt. Mit den Rennställen verbunden sind Tierärzte, Transporteure, Futtermittelhändler, Hufschmiede und viele andere Berufe. Die Besitzer der Pferde haben meist viel Geld investiert, noch vor wenigen Jahren ist hier mit einer gewaltigen Investition ein Top-Stall gebaut worden, um den uns andere Städte beneiden. Man kann doch mit wertvollen Rennpferden nicht herumziehen wie Heimatlose. Das Trainieren von Vollblutrennpferden ist ein Beruf, für den man eine Meisterprüfung ablegen muss. Diese Menschen im Rathaus scheinen jede Achtung vor der Kreatur Pferd und auch vor uns verloren zu haben. Wir sollten mit allen Mitteln gegen solche wirklichkeitsfremden Pläne vorgehen."

Noch vor vier Jahren wurde im Stall von Trainer Horst Steinmetz mit Nicaron ein Derbysieger trainiert und die jüngsten Erfolge von Kleinkorres haben den Namen des Trainingsstandortes Neuss erneut positiv verbreitet. Seitens des Dachverbandes in Köln mangelt es gleichfalls nicht an positiven Erklärungen pro Neuss. Die Pferde in den beiden führenden Rennställen der Trainer Steinmetz und Kleinkorres und auch bei Katja Gernreich, Marion Weber und Kevin Woodburn sind im Besitz von Menschen sowohl aus der Region Neuss als auch aus weit von Neuss entfernten Orten. So gehört der Derbysieger Nicaron dem Freiburger Privatbankier Jürgen Imm und im Kleinkorres-Stall ist der aus der Nähe von Lübeck stammende Schulbuch-Verleger Hans-Jürgen Buldt vertreten.

Der Galopprennsport ist ohnehin eine der ältesten organisierten Sportarten auch in Deutschland. Bereits 1822 fanden in Bad Doberan-Heiligendamm an der Ostsee die ersten Rennen statt, der erste Fußballverein in Deutschland wurde zirka fünfzig Jahre später gegründet. Die Zucht der Rennpferde der Rasse Vollblut geht über 300 Jahre auf drei arabische Hengste zurück. Auch die der Pferde in Neuss.

(NGZ)