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Neuss: Abschied von der Alexius-Kirche

Neuss : Abschied von der Alexius-Kirche

Am 17. Juli, dem Tag ihres Namenspatrons, feiern die Alexianerbrüder ihre letzte Messe in der Alexius-Kirche. Danach wird das 1959 eingeweihte Gotteshaus von Mitgliedern der russisch-orthodoxen Kirche genutzt.

Bruder Stephanus ist schon ein wenig traurig, wenn er "seine" Kirche betritt, doch der Gedanke, dass das Gotteshaus künftig weiterhin ein liturgischer Raum bleibt, lässt ihn lächeln. Genutzt wird sie also schon, die Kirche der Alexianerbrüdergemeinschaft, die erst 1959 eingeweiht worden war. Doch die Alexianer werden dort am 17. Juli, dem Patronatstag des Hl. Alexius, ihren letzten Gottesdienst halten. Und der ist gleich in mehrfacher Hinsicht besonders: Denn an diesem Dienstag wird Ordensbruder Dominikus Seeberg aus Siegburg auch sein silbernes Dienstjubiläum feiern und wird ein neuer Bruder eingekleidet.

Das ist nicht mehr oft der Fall, denn wie die meisten anderen Orden haben auch die Alexianer große Schwierigkeiten, Nachwuchskräfte zu gewinnen. Nur noch drei Brüder leben in Neuss. Sie werden auch dort bleiben und die Suppenküche weiter betreiben.

Doch mit der Gründung der "St. Augustinus Kliniken" (Alexianerbrüder und Neusser Augustinerinnen) 2004, dem darauf folgenden Entschluss, auf dem Gelände des St. Josef-Krankenhauses gegenüber dem "Alexius'" ein neues "Zentrum für seelische Gesundheit" zu errichten, in das im September die letzten "Alexianer-Patienten" umziehen werden, neigt sich die über 500-jährige Geschichte der Alexianer in Neuss ihrem Ende entgegen. Das Krankenhaus wird aufgegeben, auf dem Areal sollen bis zu 500 Wohnungen entstehen.

Für die Krankenhaus-Gottesdienste wird künftig die im Rahmen der Neubaumaßnahmen ebenfalls renovierte St.-Josef-Kapelle genutzt. "Für uns drei und die acht Ordensschwestern, die hier noch leben, ist die Kirche dann viel zu groß", sagt Bruder Stephanus.

Einen kleinen Seitenraum der Kirche wird er allerdings für sich und seine Brüder abtrennen, dort auch die Pietà hinstellen. Weitere Figuren sowie der Kreuzweg werden an andere Kirchen des Ordens abgegeben. Der Tabernakel und das große Kreuz kommen zunächst in den Keller, "in unser Museum", wie Bruder Stephanus sagt. Genutzt wird die 53 Jahre alte Kirche künftig von den Mitgliedern der "Russisch-orthodoxen Kirche zu den Heiligen Erzengeln in Neuss", denen die Alexianerbrüder bereits seit einigen Jahren einen Raum für ihre Liturgie zur Verfügung stellen. Das bestätigte auch Evgenij Iljuschin, Erzpriester der russisch-orthodoxen Kirche, auf Anfrage unserer Zeitung. Er freue sich über diese Lösung, denn eine andere hätte er so schnell nicht finden können. Seiner Kirche gehören knapp 200 Gläubige aus Neuss und den umliegenden Städten an.

(NGZ)