Ab Juni 2019 gelten in Neuss neue Parkgebühren

Parkhäuser in Neuss sollen attraktiver werden : Ab Juni gelten in Neuss neue Parkgebühren

Jeder dritte Autofahrer, so hat die Geschäftsführung der City-Parkhaus GmbH erhoben, verlässt das Parkhaus vor Ablauf der ersten (Park)-Stunde.

Ab dem 1. Juni können sie das kostenfrei tun. Denn der Hauptausschuss folgt dem Vorschlag von Verwaltung und Gesellschafterversammlung und strukturiert die Tarife so, dass die rund 1500 Stellplätze in den vier städtischen Parkhäusern in der ersten Stunde kostenfrei zu nutzen sind. Auf Anregung von Thomas Nickel (CDU) soll die Verwaltung Gespräche mit dem Ziel führen, die Regelung auf das Parkhaus der Sparkasse an der Michaelstraße auszudehnen.

In einer Stadt, die nach Ansicht von Michael Klinkicht (Grüne) „kurz vor dem Verkehrskollaps steht“, kann der Versuch, über finanzielle Anreize die Parkhäuser attraktiver zu machen und so den „Parksuchverkehr“ zu reduzieren beziehungsweise die Stellplatzsituation entlang der Straßen zu entschärfen, nicht die Lösung aller Probleme sein. Ist es auch nicht, wie Bürgermeister Reiner Breuer betonte, der nur von einer Optimierung sprach. „Wir haben weiter die Verkehrswende im Blick“, sagte der Verwaltungschef. Dem konnte Ingrid Schäfer (CDU) nur zustimmen. Wenn die Stadt dazu Anreize schaffen will, könne es passieren, „dass wir Entschlüsse fassen müssen, die dem Etat weh tun“, sagte sie.

Das gilt aber nicht in diesem Fall. Denn die Umsatzeinbuße in Höhe von gut einer Million Euro, die der City-Parkhaus GmbH durch die kostenfreie erste Stunde entstehen, wird refinanziert. Dazu wird der Parkhaus-Tarif ab Stunde zwei von derzeit 1,50 auf zwei Euro angehoben. Und an den Parkscheinautomaten in der Innenstadt werden statt 1,20 künftig 1,50 Euro pro Stunde verlangt. in den Stadtteilen steigt der Tarif von 50 auf 70 Cent.

Die Regelungen gelten zunächst nur für ein Jahr. Die Länge dieser Testphase fand die Zustimmung der Politik, weil so, wie es Manfred Bodewig (FDP) erklärt, alle saisonalen Effekte berücksichtigt werden. In dieser Zeit soll die Entwicklung der innerstädtischen Verkehrsströme untersucht werden. Möglichst bald möchte die Verwaltung auch die Bezahlweise in den Parkhäusern vereinfachen und zum Beispiel das „Handy-Parken“ einführen.

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