Neuss: A 57 in Neuss ab heute sechsspurig befahrbar

Neuss : A 57 in Neuss ab heute sechsspurig befahrbar

Die Strecke zwischen Neuss-West und Holzbüttgen wird heute freigegeben. Aber: Nun wird die Piste teilweise achtspurig ausgebaut.

Wer heute 17 Jahre alt ist und den Führerschein macht, kennt die Autobahn 57 nur als Baustelle. Denn 1997 begann mit dem Umbau der "Neusser Trompete" der sechsspurige Ausbau der Autobahn. Der wird - zumindest auf dem Neusser Stadtgebiet - an diesem Wochenende abgeschlossen. Mit Freigabe des Abschnittes zwischen der Anschlussstelle Kaarst/Holzbüttgen und dem Autobahndreieck Neuss-West ist die Strecke auf einer Länge von knapp 13,1 Kilometer durchgängig in voller Breite befahrbar.

An der "Trompete" (o.) begann der Ausbau der A57. Etappen: die Feier am fertigen Kreuz Neuss-West, die Superlativ-Umfahrung "Norf" und der erste Rastplatz (u.). Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Baustellenfrei aber wird die Magistrale nicht. Vielmehr muss die bereits sechsspurige Autobahn auf zwei Teilstücken noch weiter "aufgebohrt" werden. Der Abschnitt nördlich von Reuschenberg und die Strecke zwischen Neuss-Hafen und Neuss-Norf werden achtspurig. 25 beziehungsweise 40 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, erklärt Oliver Fellinger, Projektplaner beim Landesbetrieb Straßen NRW. Er räumt dem Abschnitt Reuschenberg höhere Priorität ein und rechnet mit einem baldigen Baubeginn.

An der "Trompete" (o.) begann der Ausbau der A57. Etappen: die Feier am fertigen Kreuz Neuss-West, die Superlativ-Umfahrung "Norf" und der erste Rastplatz (u.). Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Das "Zeitalter" der sechsstreifigen Autobahnen begann in Neuss 1979, als die Autobahn 46 fertiggestellt und im Kreuz Neuss-Süd an die A 57 angebunden wurde. Damals sei man weitsichtig genug gewesen, die Strecke gleich so breit auszubauen, sagt Fellinger. Allerdings war damals auch noch geplant, durch eine Spange im Neusser Süden die Autobahnteilstücke der A 46 Richtung Aachen und Richtung Düsseldorf zu verknüpfen. Doch dieser Lückenschluss blieb unvollendet, so dass es für die A 57 zwischen Neuss-West und -Süd nicht die erwartete Entlastung gab. Deshalb wird dort nachgebessert.

Beide Abschnitte galten als ausgebaut, als die "Trompete" bei Gnadental entfernt wurde. Denn zwischen Neuss-Norf und Neuss-Hafen wurde schon 1986 die sechspurige Breite erreicht, weil man schlicht aus dem Standstreifen eine Fahrspur machte. Aber erst durch Beseitigung der "Trompete", ein besonders unfallträchtiges Nadelöhr, wurde eine durchgängige Autobahn 57 geschaffen, erklärt Fellinger. 45 Millionen D-Mark kostete das - und war im November 2001 fertig.

Diesem Abschnitt folgte von 2002 bis März 2007 die Umgestaltung des Autobahndreiecks Neuss-West, die 35 Millionen Euro verschlang. Dieser Knoten hat mit der Einfädelspur von der A 46 auf die A 57 in Richtung Köln noch eine stauträchtige Engstelle, die mit der erneuten Verbreiterung beseitigt wird. Die Anschlussstelle Neuss-Reuschenberg, die eigentlich "im Weg" steht, wird erhalten, denn die neue Spur soll in einem Tunnel unter dem Überwurf dort hindurchgeführt werden.

Von 2009 bis 2011 wurde der Abschnitt zwischen Neuss-Norf und dem Kreuz Neuss-Süd aufgeweitet. 29 Millionen Euro wurden bis Ende 2011 in diesem Anschnitt verbaut, der mit einem Superlativ Schlagzeilen machte: Noch nie hatte der Landesbetrieb Straßen NRW eine sechsspurige Umfahrung gebaut. Er tat dies auf Wunsch der Stadt, damit die Durchfahrt Kruppstraße trotz Brückenbauarbeiten offen blieb.

Der vorläufig letzte Akt begann im Juli 2009 mit einem ersten Spatenstich am Holzbüttgener Weg. Kosten für die jetzt fertige Strecke zwischen Holzbüttgen und Neuss-West: 67 Millionen Euro. Dafür bekommt Neuss aber auch zum ersten Mal zwei Autobahnrastplätze.

(NGZ)
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