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Neuss: A 57-Ausbau verzögert sich

Neuss : A 57-Ausbau verzögert sich

Der Terminplan für den Ausbau der Autobahn stockt. Um die Eckdaten halten zu können, hat der Landesbetrieb Straßen NRW neue Schwerpunkte gesetzt. Haken an der Sache: Die Abfahrt Büttgen bleibt viel länger zu.

Zwei "Altlasten" haben den Zeitplan für den Ausbau der Autobahn 57 zwischen den Kreuzen Kaarst und Neuss-West durcheinander gebracht. Um trotzdem die Chance zu wahren, den Gesamtfertigstellungstermin März 2014 halten zu können, hat der Landesbetrieb NRW neue Schwerpunkte gesetzt und südlich der Anschlussstelle Holzbüttgen so viel Personal und Gerät konzentriert wie auf keinem Streckenabschnitt vorher. "Ich habe keine Wahl", betont Josef de Mülder, der Projektleiter Ausbau des Landesbetriebs. Doch diese Strategie hat einen Haken: Die Abfahrt Büttgen in Fahrtrichtung Köln, die eigentlich morgen wieder geöffnet werden sollte, bleibt gesperrt. Neuer Termin: 30. Juli.

Für Christoph Hölters ist das keine Kleinigkeit. "Die Anschlussstelle ist für Neuss von großer Bedeutung", stellt der Neusser Planungsdezernent fest. An den verbleibenden Abfahrten hänge dadurch mehr Verkehr, fügt er hinzu. Gerade in der Nordstadt sei das spürbar. "Die Ansschlussstelle ist wunderbar mit dem Straßennetz der Innenstadt verknüpft", sagt Hölters. Bleibt sie zu, entstünden gerade im Berufsverkehr Probleme.

Für das Ziel, die Zu- und Abfahrten der Anschlussstelle Büttgen frühzeitig wieder dem Verkehr zu öffnen, hatten sich der Landrat, der CDU-Parteivorsitzende Jörg Geerlings und nicht zuletzt auch Anwohner etwa der Bauerbahn an den Landesbetrieb gewandt. Der lenkte in einem Punkt ein: Die Abfahrt aus Richtung Krefeld, die laut Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2007 bis Ende 2012 dicht bleiben könnte, sollte ab morgen wieder offen sein. Da allerdings war de Mülder davon ausgegangen, dass die bestehenden beiden Spuren nur abgefräst und asphaltiert werden müssen. Tatsächlich ist der Unterbau marode und muss grundlegender saniert werden. "Altlast" Nummer eins. Die andere betrifft das Brückenbauwerk an der Viersener Straße, wo man auf alte Fundamente und andere Baureste stieß. Der unvorhergesehene Fund verzögert die Fertigstellung um zwei Monate.

Dort bis zum Jahresende fertig zu werden, diese Hoffnung hat de Mülder aufgegeben und andere Schwerpunkte gesetzt. Denn Dreh- und Angelpunkt der ganzen Planung sind die Tage ab Mitte März, an denen die Deutsche Bahn die Strecke Neuss-Mönchengladbach sperrt, damit die Autobahnbrücke darüber abgerissen und breiter neu aufgebaut werden kann. Diese Sperrung musste schon vor drei Jahren beantragt werden, sagt de Mülder. Der Termin ist fix — und der Autoverkehr muss dann schon auf den Spuren rollen können, die derzeit ausgebaut werden.

(NGZ)