1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: 600 Euro Strafe für Ex-Kirchendiener

Neuss : 600 Euro Strafe für Ex-Kirchendiener

Weil er Geld aus der Kollekte gestohlen hatte, muss der Ex-Kirchendiener der Pfarrgemeinde Sankt Quirinus jetzt 600 Euro Strafe zahlen. Das hat das Neusser Amtsgericht Dienstag entschieden. Der Angeklagte hatte den Diebstahl bis zuletzt bestritten.

Offenbar hatte der Ex-Kirchendienst im Sommer 2012 nicht zum ersten Mal Geld gestohlen. "Wir hatten schon in der Vergangenheit Fälle, bei denen Geld verschwunden war", sagte Kirchenvorstand Martin Flecken. Der Rechtsanwalt musste Dienstag vor Gericht genauso als Hauptbelastungszeuge auftreten wie Oberpfarrer Monsignore Guido Assmann. Beide hatten den Ex-Kirchendiener im Juli vergangenen Jahres zu einem Gespräch gebeten. "Einige Tage vorher hatten die Abiturienten des Quirinus-Gymnasiums ihren Abschlussgottesdienst gefeiert", teilte Assmann mit, "dabei wurden über 800 Euro gesammelt."

Eine Lehrerin habe das Geld mehrmals gezählt und alles in einem Plastikbeutel an den Angeklagten übergeben. Von dem Geld seien danach rund 165 Euro verschwunden gewesen. "Wir haben ihn zur Rede gestellt", sagte Flecken. Nach einem längeren Schweigen habe er eingeräumt, das Geld genommen zu haben, um Schulden zu bezahlen. Auch seiner damaligen Lebensgefährtin hatte der Ex-Kirchendiener offenbar von der Tat berichtet. "Er hat mich angerufen und davon erzählt, dass er Geld habe", erklärte die 37 Jahre alte Hildenerin als Zeugin, "daraufhin wollte ich wissen, woher er das hat." Der Angeklagte habe zugegeben, in die Kollekte gegriffen zu haben.

Trotz dieser eindeutigen Aussagen blieb er bis zuletzt dabei, das Geld nicht genommen zu haben. Er übernahm lediglich die Verantwortung für das Fehlen des Geldes, weil er für die Kollekte verantwortlich war. Die Richterin hielt diese Darstellung jedoch für nicht glaubhaft. Die Pfarrgemeinde hatte sich nach der Tat von ihm getrennt. Seitdem ist er arbeitslos. "Ich lebe von rund 900 Euro im Monat." Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf hat die fristlose Kündigung inzwischen bestätigt, die Anwälte des Ex-Kirchendieners wollen dagegen Beschwerde einlegen.

(url)