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Neuss: 50 Jahre Radiologie am Lukaskrankenhaus

Neuss : 50 Jahre Radiologie am Lukaskrankenhaus

Das erste Röntgengerät wurde am heutigen Lukaskrankenhaus im Jahr 1911 angeschafft, doch eine eigene Fachabteilung wurde die Radiologie am größten Krankenhaus der Stadt erst vor genau 50 Jahren.

Eine Publikumsveranstaltung wie einen Tag der offenen Tür widmet das "Lukas" diesem Jubiläum nicht, wohl aber ein wissenschaftliches Kolloquium. In diesem Rahmen wird Professor Mathias Cohnen, seit 2008 Chefarzt dieser Klinik, morgen einige Gedanken dazu entwickeln, wohin sich dieses medizinische Fach entwickeln wird.

Als Röntgengeräte in den Krankenhäusern Einzug hielten, wurde die Radiologie noch als "Hilfswissenschaft" belächelt. Denn Röntgenstrahlen waren alleine in der Diagnose einsetzbar. Doch schon zu Zeiten, als unter Professor Bernhard Swart 1962 die Radiologie als eigene Klinik etabliert wurde, hatte sich das geändert. Die Nuklearmedizin hatte Einzug gehalten, und nicht zuletzt die Strahlentherapie, die etwa zur Behandlung von Tumoren eingesetzt werden konnte, hatte aus den Radiologen "heilende" Ärzte gemacht.

1962 waren Kernspin-Tomographen und Computer-Tomographen sowie Ultraschall noch Fremdworte. Der erste CT kam 1982 ins Lukaskrankenhaus, kurz bevor die Leitung dieser Klinik 1984 auf Professor Rainer Köster überging. Er wirkte bis 2008 und wurde wiederum von Mathias Cohnen "beerbt", der 2010 den Neubau der Radiologie organisieren musste und seitdem über einen Gerätepark auf dem neuesten Stand der Medizintechnik verfügen kann.

Für Cohnen steht die Radiologie im Zentrum einer Medizin, die sich längst als interdisziplinär versteht. "Der Radiologe kann alleine wenig bewegen", sagt Cohnen — aber den anderen Fächern geht es ähnlich. Die Möglichkeiten seines Fachs werden sich mit der technischen Weiterentwicklung und einer zunehmenden Computerisierung weiter verbessern, ist er überzeugt. Wird heute noch das Aussehen des Gewebes bewertet, wird der Radiologe der Zukunft Stoffwechsel und Durchblutung eines Organes oder auch eines Tumors analysieren können, um zu einer Aussage zu kommen. Und er wird den Effekt einer Therapie auch nicht mehr nur vorrangig an der Größe einer Metastase messen müssen.

(NGZ/rl)