Neuss: 400 Quadratmeter für Eltern und Kind

Neuss: 400 Quadratmeter für Eltern und Kind

Im Lukaskrankenhaus wurde jetzt der neue Elternraum eröffnet. Dort finden Eltern und Großeltern ein vielfältiges Angebot, um das zukünftige Zusammenleben mit dem neuen Familienmitglied zu erleichtern.

Es ist weit mehr als nur ein Raum: Der neue "Elternraum" am Lukaskrankenhaus in Neuss ist eine ganze Station mit einer Begegnungsstätte auf etwa 400 Quadratmetern. Alles rund um die Geburt steht dort im Mittelpunkt. In den hellen, freundlichen Räumen auf der zweiten Etage im Gebäude der alten Kinderklinik werden seit Anfang des Jahres von der Geburtsvorbereitung über Babymassage und Säuglingspflege bis hin zur Rückbildung die unterschiedlichsten Kurse für Eltern - zum Teil auch Großeltern - angeboten. Im Beisein von Hebammen, Stillberaterinnen, Pflegern, Ärzten und Vertretern vom Jugendamt sowie anderen städtischen Behörden ist jetzt der neue Elternraum eröffnet worden.

1765 Geburten habe es 2017 am Lukaskrankenhaus gegeben, sagt Tobias Heintges, ärztlicher Geschäftsführer am "Lukas" und Chefarzt der Medizinischen Klinik II. "Das waren mehr Geburten als im Vorjahr und 2018 könnten es erneut deutlich mehr werden", sagt er. Deshalb habe das Lukaskrankenhaus reagiert und wolle mit dem Elternraum den Bedürfnissen von Müttern und Vätern gerecht werden. "Denn das Interesse an der Elternschule ist groß", sagt Heintges.

Dazu zählen Angebote wie: Schwangerschaftsgymnastik, geburtsvorbereitende Akupunktur, Still-Café, Yoga, Trageberatung, Großeltern-Abende, Mami-Pilates oder Krabbelgruppen. Für die verschiedenen Kurse stehen unterschiedlichste Räume zur Verfügung. Ein großer sowie ein kleiner Kursraum dienen für Informationsveranstaltungen. Beide Räume können zudem zu einem großen Tagungsraum verbunden werden. In der großen Küche bietet die Kinderkrankenschwester und Stillberaterin Laura Neef Beikost-Seminare für jene Zeit an, wenn Milch alleine die Babys nicht mehr satt macht. "Wir kochen hier gemeinsam unterschiedlichste Breie", erklärt sie.

"Zudem ist bei uns Bewegung das große Thema", sagt Caroline Brünger. Sie ist vor einem Jahr als Stationsleitung des Kreißsaals und der Wochenstation ans Lukaskrankenhaus gekommen. Neben dieser Vollzeitstelle arbeitet sie als freiberufliche Hebamme. Im großen Bewegungsraum mit Matten, Bällen und Kissen gibt es die unterschiedlichsten Kurse für die Zeit vor und nach der Geburt. In den kommenden zwei Jahren nimmt das Lukaskrankenhaus an einer Studie der Universität Halle zum Forschungsschwerpunkt "Bewegte Geburt" teil.

Dass eine Geburt nicht nur Spaß und Freude bedeute, sondern auch Hochrisiko-Medizin sei, darauf wies Dominik M. Garcia Pies, Leitender Arzt der Geburtshilfe, hin. "In der Geburtshilfe arbeiten wir als Extrem-Team", sagt er. Hebammen, OP-Pfleger, Kinderärzte, Anästhesisten, Stillberater, Kinderkrankenschwestern - sie alle gehörten dazu. "Ebenso wie die Seelsorger an unserer Klinik, die bei traurigen Ereignissen wie beispielsweise einer Totgeburt die betroffenen Eltern unterstützen", sagt Garcia Pies.

Bislang habe das Lukas keine schönen Räume gehabt, um Eltern oder Großeltern nach der Geburt ans Haus zu binden. Der neue Elternraum soll das künftig ändern. Garcia Pies ist überzeugt: "Dieser Ort der Begegnung wird eine langfristige Bindung schaffen."

(BroerB)