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Neuss: 400 Grenadiere feiern ihren Patronatstag

Neuss : 400 Grenadiere feiern ihren Patronatstag

Wir-Gefühl, Anteilnahme am Schicksal des Nachbarn, Hinwendung zu den Schwachen – Schützen leben urchristliche Werte. Daran erinnerte Horst Thoren (52) gestern als Festredner beim Patronatstag der Neusser Grenadiere: "Darum macht es Sinn, wenn das weltliche Grenadierkorps gleichwohl heute seinen Patronatstag feiert."

Wir-Gefühl, Anteilnahme am Schicksal des Nachbarn, Hinwendung zu den Schwachen — Schützen leben urchristliche Werte. Daran erinnerte Horst Thoren (52) gestern als Festredner beim Patronatstag der Neusser Grenadiere: "Darum macht es Sinn, wenn das weltliche Grenadierkorps gleichwohl heute seinen Patronatstag feiert."

Der stellvertretende Chefredakteur unserer Zeitung war gestern als Schützenbruder aus Korschenbroich-Pesch nach Neuss gekommen. Er ist Präsidiumsmitglied im Bund der historischen Schützen. In der größten deutschen Schützenvereinigung sind 400 000 Schützen in 1300 Bruderschaften organisiert.

Was Thoren heute als sinnvoll bezeichnet, war nicht unumstritten. Das 1823 gegründete Grenadierkorps beging erst auf Anregung seines damaligen Majors Wilhelm-Josef Heyers einen Patronatstag. Das war 1995. Das Korps bezieht sich dabei auf das Fest Maria Heimsuchung, das am 2. Juli gefeiert wird. Gestern kamen 400 Schützen ins Theater-Foyer; die Gäste wurden angeführt vom Königspaar Werner und Carmen Kuhnert sowie Vizepräsident Peter Söhngen.

Dem Festkommers war eine Messe in der Marienkirche vorgeschaltet. Dort hatte Hausherr Msgr. Wilfried Korfmacher (59) über die Sehnsucht des Menschen nach Ruhe gepredigt. Zwischen Alltagshektik und Freizeitstress drohe in der aktuellen Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft, die Zeit für Gemeinschaft verloren zu gehen. So sei das Schützenfest kein "Megaevent", sondern "das Freudenfest einer Gemeinschaft, in sich der eine auf den anderen in allen Lebenslagen verlassen kann." Korfmacher, der in Grenadierzug "Frei Novaesium" marschiert, erhielt später die alljährlich verliehene Ehrenkanne des Korps, für das er sich als "Feldkaplan" verdient gemacht habe.

Wie Korfmacher sprach später auch Thoren "vom Innehalten", wenn Schützen zusammenkommen: "Wir wollen einfach miteinander ins Gespräch kommen und der, der glaubt, soll mit Gott ins Gespräch kommen." Thoren empfahl die Lektüre des neuen Schützen-Betbuchs der Bruderschaften.

(NGZ)