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Sebastian Schöbben: 3M sorgt für mehr Sicherheit bei den Feuerwehrleuten

Sebastian Schöbben : 3M sorgt für mehr Sicherheit bei den Feuerwehrleuten

Nach der erfolgreichen Premiere bietet 3M mit "Fit for Rescue"- Feuerwehren aus dem ganzen Kreis erneut ein Weiterbildungsseminar an.

Herr Schöbben, die Firma 3M veranstaltet am 17. und 18. Mai erneut ein Feuerwehr-Training unter dem Titel "Fit for Rescue", übersetzt: "Fit für die Rettung". Wie kommt 3M dazu?

Schöbben 3M ist weltweit führender Hersteller von reflektierenden Materialien. Sie werden bei der Arbeitskleidung von Müllwerkern oder Straßenbau-Arbeitern genauso eingesetzt wie von der Feuerwehr.

Ist das ein Geschäftsbereich mit Wachstumspotenzial?

Schöbben Ja, über die Jahre hinweg hat sich da ein Trend entwickelt. Neben der beruflichen Anwendung gibt es auch einen immer größeren Bedarf bei Freizeitsportlern nach Reflektionsmaterial, das zum Beispiel Joggern oder Radfahrern in der Dunkelheit mehr Sicherheit gibt. Das ist ein erkennbarer Trend.

Als in Deutschland und anderswo die Pflicht zum Mitführen von Warnwesten für jeden Insassen eines Autos eingeführt wurde, haben Sie doch bestimmt vor Freude in die Hände geklatscht, oder?

Schöbben Man muss unterscheiden. Diese Warnwesten werden in Asien hergestellt. Aber die Reflektionsstreifen auf den Westen kommen in der Regel von uns. Global gesehen ist das also für die 3M durchaus ein spannendes Geschäft.

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Muss reflektierendes Material für Feuerwehrleute besonderen Ansprüchen genügen?

Schöbben Ja, es muss flammhemmend sein und hohe Temperaturen aushalten. Weil sich Einsatzkräfte aber auch immer im Verkehrsraum bewegen, ist es wichtig, dass sie gesehen werden. Wir statten die Jacken daher mit kombinierten Streifen aus – sie sind reflektierend, werfen also in der Dunkelheit einfallendes Licht zurück, und sie sind fluoreszierend, so dass man auch im Hellen besser zu erkennen ist.

Wie stark ist die Firma 3M mit ihrem Material bei den deutschen Feuerwehren präsent?

Schöbben 90 Prozent der deutschen Feuerwehren sind mit unseren Materialien ausgestattet. Wir haben zirka 1,1 Millionen freiwillige Feuerwehrleute und rund 30 000 Berufsfeuerwehrleute in Deutschland. Das ist schon eine große Hausnummer.

Was werden Sie in dem Training vermitteln?

Schöbben Wir bieten Trainings an, in denen wir aufzeigen, wie wichtig das Thema Sichtbarkeit ist. Außerdem wollen wir nicht nur der Hersteller von reflektierenden Materialien sein, sondern weiter gehen. 200 Feuerwehrleute haben die erste Veranstaltung im Vorjahr besucht, die neben einem Symposium auch aus einem praktischen Teil besteht. Er hat zehn Stationen, die sich vor allem dem Thema Teamwork widmen. Viele Freiwillige Feuerwehren treffen bei einem Unglück aufeinander, kennen sich gar nicht, müssen aber an einer Unfallstelle zusammenarbeiten. Wir haben mit unserem Kunden S-GARD aus Heinsberg und den Ausbildern Frank Gerhards und Ralf Müller von der Berufsfeuerwehr Mönchengladbach gute Partner gefunden, die mit uns diese Ausbildung entwickelt haben. In diesem Jahr bieten wir sogar 400 Plätze an zwei Tagen an.

Das Training scheint also gefragt zu sein. Werden Sie bei dieser Gelegenheit auch Neuheiten vorstellen?

Schöbben Bei diesen Veranstaltungen geht es uns wirklich nicht darum, unsere Produkte in den Vordergrund zu rücken, sondern wir wollen mehr sein als nur der Hersteller von Reflektionsmaterial. Wir sehen da eine besondere Verpflichtung, eben weil wir so tief in diesem Markt verwurzelt sind.

Wissen das die Feuerwehrleute überhaupt? Die Einsatzkräfte ziehen sich womöglich ihre Jacken an und wissen gar nicht, dass die Streifen von 3M kommen.

Schöbben Man muss schon sagen, Feuerwehrleute sind in ihrem Metier sehr fachkundig. Sie wissen, was sie auf dem Körper tragen oder wie zum Beispiel ihre Fahrzeuge ausgestattet sind. Die interessieren sich sehr dafür. Das ist schon eine ganz besondere Berufsgruppe.

Treffen Sie sich auch regelmäßig mit Feuerwehrleuten, um Ihre Produkte zu verbessern?

Schöbben Gerade Berufsfeuerwehren sind sehr daran interessiert. Die kommen auch zu uns ins Haus und geben uns Anregungen.

Wie viele Mitarbeiter gibt es in Ihrem Geschäftsbereich?

Schöbben Drei Kollegen sind im Außendienst beschäftigt und bringen auch Anregungen mit, wenn sie die Feuerwehren vor Ort besuchen. Außerdem gibt es eine Vertriebsleiterin und eine Kollegin in der Anwendungstechnik. In Neuss ist außerdem das europäische Labor mit sechs Mitarbeitern ansässig. In dieser Abteilung werden Produkte entwickelt und getestet. Die Mitarbeiter dort überlegen sich, wie man die Konturen des Körpers besser sichtbar machen kann. Denn es geht ja nicht darum, den ganzen Körper wie ein Verkehrsschild leuchten zu lassen, sondern nur um die Umrisse.

Wo werden die reflektierenden und fluoreszierenden Streifen hergestellt?

Schöbben In den USA.

Sie arbeiten sehr eng mit den Feuerwehren zusammen. Gibt es etwas, das Sie sich für Ihre Kunden besonders wünschen?

Schöbben Die Feuerwehr müsste in der Bevölkerung ein höheres Ansehen haben. Wir haben ja einen starken Kontakt in die USA, wo die Wurzeln von 3M liegen, und da haben Feuerwehrleute einen viel höheren Stellenwert. Es wäre schön, wenn sie dieses Ansehen in Deutschland ebenfalls genießen könnten.

ALEXANDRA RÜTTGEN STELLTE DIE FRAGEN.

(NGZ)