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Interview: Heribert Klein: 30 Jahre Stars bei der Tanz- & Tennis-Gala Neuss

Interview: Heribert Klein : 30 Jahre Stars bei der Tanz- & Tennis-Gala Neuss

Netzwerk-Abend der Begegnungen auf internationalem Niveau feiert runden Geburtstag. Heribert Klein signalisiert Interesse an einer Fortsetzung.

Neuss Vor 30 Jahren setzten sich Hans Rütten, Thomas Nickel, Ludger Baten, Rolf Kleinknecht, Werner Lohse und Kai Bichel mit dem damaligen Pressechef der Dresdner Bank (heute Commerzbank in NRW), Heribert Klein, im Düsseldorfer Büro des PR-Profis zusammen. Die Idee: einen Abend der Begegnungen in Neuss im sportlich-karitativen und gesellschaftlichen Bereich ins Leben zu rufen. Ziel war es, Menschen unterschiedlicher Couleur mit partnerschaftlich unterstützenden Firmen und internationalen Künstlern zusammenzubringen. Heute, drei Jahrzehnte danach, feiert dieser Abend ein verdientes Jubiläum, denn der damalige Gedanke ist aufgegangen und die Veranstaltung zum gesellschaftlichen Highlight weit über die Grenzen der Stadt avanciert. Wir sprachen mit dem "Herz-Stück" und "Macher": Heribert Klein, der seit Beginn 1985 in ununterbrochener Reihenfolge die Organisation und Moderation mit seinem Team leitet.

Herr Klein, drei Jahrzehnte eine solche Gala erfolgreich zu führen - Chapeau. Können Sie sich noch an die "erste" Veranstaltung erinnern?

Klein Sicherlich und das sehr gerne. Es war ein Abend mit dem Orchester Joe Lord und Company, mit Pip Seeborg und seinem Ensemble, mit den US-Stars Anni Anderson und Maurice Dean aus Las Vegas, mit dem unvergessenen Entertainer Harald Juhnke oder Jazz-Weltstar Little Willie Littlefield. Ja, und was mir besonders nahe geht, Joe Lord, Pip Seeborg, Anni Anderson, Harald Juhnke und Little Willie Littlefield sind alle leider verstorben - aber die Künstler und ihre großartigen, künstlerischen Leistungen bleiben in ewiger Erinnerung bei mir.

Von den Genannten lebt nur noch Maurice Dean, der in Las Vegas große Erfolge feierte. Haben Sie noch Kontakt zu ihm?

Klein Ja, den habe ich in all den Jahren gehabt. Heute lebt Maurice Dean in Antwerpen, Belgien, und er hat einen unglaublichen Rekord, mit fast 80 Jahren steht er seit 55 Jahren auf internationalen Bühnen. Der Tod von Anni Anderson in diesem Jahr hat ihn jedoch stark gesundheitlich angegriffen. Mein Traum war es, ihn noch einmal nach 30 Jahren bei der Jubiläumsgala zu sehen. Ich habe ihn als Ehrengast eingeladen, aber ich weiß nicht, ob er es schaffen wird.

Was waren so die größten Erinnerungen, die Sie in all den Jahren an die Veranstaltung hatten; gab es außergewöhnliche Begegnungen?

Klein Ja, zum Beispiel dass Harald Juhnke am Freitag anreiste und wir noch einen gemütlichen Abend in Düsseldorf verlebt hatten. Am anderen Tag war verabredet, ihn um 11 Uhr zur Probe zu wecken, das Zimmer war aber leer. Zwei Stunden später erhielt ich einen Anruf von seiner Frau Susanne aus Berlin: Harald hätte unendliche Rückenschmerzen und sei nachts noch nach Berlin in die Charité gefahren, er könne leider nicht auftreten. Wir mussten nun in vier Stunden einen Ersatz für die Gala-Mitternachtsshow finden. Und es hat geklappt. Weltstar Tony Christy reiste aus London an und rettete die Gala. Aber, was das Schönste war: Juhnke kam von sich aus ein Jahr später mit den Worten: "Sorry, ich bin in Düsseldorf gelandet, und als ich durch alle Gaststätten gegangen bin, ist ein Jahr um, hier bin ich, Eurer Harald Juhnke." Er lieferte eine grandiose Show, die Besucher dankten es ihm mit stehenden Ovationen. Aber auch Highlights wie der Auftritt der "Blind Boys from Alabama", der Jazzgröße Angela Brown, Met-Star Eugene Holmes, des zehnfachen Tanz-Weltmeisters Donny Borns, Musicalstar Renee Knapp ...

Was ist das Erfolgsgeheimnis? Alle anderen Gala-Bälle sind bereits vom Markt verschwunden, doch die Tanz- & Tennis-Gala nach Ihrem Muster hat nicht nur überlebt, sondern erfreut sich heute genauso wie vor 30 Jahren größter Beliebtheit?

Klein Das ist eine schwere Frage. Ich denke der "Mix" und die Qualität im Preis-Leistungs-Verhältnis macht es aus. Und die "Entdeckung" immer neuer, sehr guter internationaler Künstler. Hier hilft mir natürlich auch die langjährige Arbeit für Unicef, seit 33 Jahren moderiere ich die Unicef-Deutschland-Gala. Bei uns sieht man eine Mischung aus Instrumental, Tanz, Oper, Musical, Gospel, Soul und Jazz - wo gibt es das an einem Abend in dieser Qualität? Und immer hat auch ein internationales Nachwuchstalent eine große Chance, in diesem Jahr Chelsea, die Finalistin von Voice-Kids mit "This Girl is on Fire".

Wer ist für Sie in diesem Jahr der ganz besondere Künstler oder die ganz besondere Künstlerin?

Klein Einen Einzelnen hervorzuheben ist äußerst schwer; aber lassen sie mich drei Besonderheiten nennen. Erstens die Kombination von Stephanie Reese, Top-Star der Philippinen, mit der Doppelweltmeisterin Modern-Dance Maria Tolika, Griechenland. Zweitens die Musical-Entdeckung von Whoopie Goldberg, Zodwa Selele, Südafrika, und drittens Italiens-Star-Team in Pop und Klassik, Appassionante. Dazu Cats- Hauptdarstellerin Sophia Ragavelas, Griechenland, oder Star-Saxophonist Sir Waldo Weathers, USA (15 Jahre James Brown) oder die amtierenden Europameister im Formationstanz.

Wie wir bei der Pressekonferenz hörten, könnte dies die letzte Tanz- & Tennis-Gala in Neuss sein, wie Gottfried Dorschner, Vorsitzender des Tanzsportclubs Neuss, bekannt gab. Könnten Sie sich ein "Fortsetzung folgt" dieses Erfolgsmodells, vielleicht in anderer Zusammensetzung, vorstellen?

Klein Dies ist nicht eine Frage an mich; hier sollten sich nach der Jubiläumsveranstaltung die Verantwortlichen von Commerzbank, Stadt Neuss und diversen Partnern zusammensetzen, um dieses Thema zu erörtern. Wenn ich gefragt werde, dann bin ich gerne bereit, an den Diskussionen teilzunehmen und mitzuwirken.

(NGZ)