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Neuss: 250 neue OGS-Plätze für Neuss

Neuss : 250 neue OGS-Plätze für Neuss

Der Stadtrat reagiert auf die steigende Nachfrage: Er beschloss am Freitag einstimmig die Plätze der Offenen Ganztagsschule auf künftig 3150 anzuheben. Zur Finanzierung erhöht die CDU/FDP-Koalition die Elternbeiträge.

Das lange Warten lohnte sich. Zum Schluss gab's Beifall von der Zuschauertribüne. Dort hatten Eltern mit ihren Kindern ausgeharrt, die um einen Platz in der Offenen Ganztagsschule (OGS) bangten. Plötzlich ging dann aber alles ganz schnell. Angestoßen durch einen Dringlichkeitsantrag der Grünen, untermauert von einer Initiative der CDU, waren sich alle Stadtverordnete einig: Das OGS-Angebot wird zum neuen Schuljahr 2011/12 stadtweit um 250 auf dann 3150 Plätze erweitert. Allerdings müssen die Eltern künftig mehr bezahlen. Die monatlichen Beiträge wurden um 10 bis 25 Prozent angehoben.

Mit seinem Beschluss sorgt der Stadtrat offenbar für die erforderliche Entspannung im OGS-Bereich. In diesen Tagen hatten alle Fraktionen viele Mails und Telefonate von Eltern erreicht, deren Kinder keinen OGS-Platz erhalten hatten. Ein Beispiel nannte Dieter Zander (Grüne). An der Grundschule Hoisten seien 33 von 41 Anträgen abgelehnt worden. "So geht das nicht", kommentierte Zander, "vielfach arbeiten beide Elternteile. In anderen Familien hat ein Kind einen OGS-Platz und das Geschwisterkind nicht. Das mach keinen Sinn." Experten schätzten, dass in Neuss zum neuen Schuljahr 240 OGS-Plätze fehlen würden. Das Defizit hat der Rat am Freitagabend nach eingehender Beratung geschlossen.

Strittig blieb bis zum Schluss die Finanzierung des erweiterten Angebotes. Während die CDU sofort für eine "moderate" Erhöhung der Elternbeiträge plädierte, wollten die Oppositionsfraktionen zunächst einen Finanzplan vorgelegt bekommen. Der Grund: Die Fördermittel des Landes werden um 14 Prozent angehoben, was für Neuss ein Mehr von rund 250 000 Euro ausmacht. "Den Betrag können wir nur einmal ausgeben", mahnte Bürgermeister Herbert Napp und erinnerte daran, dass die Zuschusserhöhung bereits per Ratsbeschluss den Trägern der OGS-Angebote zufließen soll. SPD-Ratsfrau Gisela Hohlmann wollte den Beschluss aufheben. Letztlich setzte die CDU/FDP-Koalition aber die Erhöhung der Elternbeiträge durch.

Der Stadtrat folgte ebenfalls einstimmig der CDU, den Bedarf für eine Verlängerung der OGS um eine Stunde auf dann 17 Uhr zu prüfen. "Für viele Mütter, die ganztags arbeiten, kommt der OGS-Schluss zu früh", begründete Stephanie Wellens den Vorstoß. Eine Ausweitung um eine Stunde würde bei 100-prozentiger Inanspruchnahme Mehrkosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro verursachen. Die Zahl nannte Bürgermeister Napp, nach dessen Einschätzung aber nur ein Drittel der Kinder bis 17 Uhr in der Schule bleiben würde. Im Rat herrschte Einigkeit, dass auch diese zeitliche Ausweitung ohne finanzielle Auswirkungen auf den städtischen Haushalt bleiben müsse. Wie die Finanzierung gelingen soll, blieb unklar. Während die CDU von "einer weiteren Anpassung" sprach, konnte sich der Bürgermeister eine Verrechnung mit der jetzt beschlossen Beitragserhöhung vorstellen.

Doch letztlich herrschte Zufriedenheit. "Du bekommst jetzt Deinen Platz in der Ganztagsschule", versprach die Mutter der Tochter beim Verlassen des Ratssaales.

(NGZ)