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Neuss: 250 Kubikmeter Sachspenden für Flüchtlinge

Neuss : 250 Kubikmeter Sachspenden für Flüchtlinge

Die Neusser spenden Kleidung, Schuhe, Spielzeug und Süßigkeiten in großen Mengen für die Flüchtlinge im St.-Alexius-Krankenhaus. Die katholischen Innenstadt-Pfarren beenden nun ihre Weihnachtsaktion; eine Neuauflage kündigen sie für die Osterzeit an.

Dieter Krüll (73) steht immer noch unter dem Eindruck der für ihn überraschend großen Hilfsbereitschaft. "Unvorstellbar", sagt das Pfarrgemeinderat-Mitglied und der Motor der Sammelaktion, sei die Menge an Sachspenden gewesen, die in der Advent- und Weihnachtszeit in den Kirchen des Seelsorgebereichs Neuss-Mitte abgegeben wurden. Jetzt ist in den Kirchen aber erst einmal Schluss; Fortsetzung folgt in der Osterzeit. Wer noch weitere Spenden abgeben möchte, könne dies direkt im Wohnheim an der Nordkanalallee tun. Die Pforte sei täglich rund um die Uhr besetzt.

In den Kirchen St. Quirin, St. Marien, Heilige Dreikönige, St. Pius und St. Kamillus häuften sich Kleidung und Schuhe, Kinderspielzeug und Süßigkeiten. Mitunter mussten die blauen - zu Sammeltonnen umfunktionierten - Wertstofftonnen täglich geleert werden, weil sie nur wenige Stunden nach der Leerung schon wieder gefüllt waren und sich Säcke und Koffer in den Kirchen im wahrsten Sinne des Wortes stapelten - in der Quirinuskirche direkt neben der Krippe am Eingang.

Insgesamt kamen 250 Kubikmeter an Sachspenden zusammen - oder anders ausgedrückt: Weit mehr als 100 Fahrten benötigten die ehrenamtlichen Helfer in den vergangenen sechs Wochen, um die Sachspenden zu den Flüchtlingen und Asylbewerbern ins ehemalige St.-Alexius-Krankenhaus zu bringen. "Viele Neusser, bei weitem nicht nur Kirchgänger, haben für unsere Nachbarn gespendet und dadurch gezeigt, wie praktizierte Nächstenliebe aussieht", sagt Dieter Krüll. Der Einsatz für die Flüchtlinge in den Pfarrgemeinden ist nicht beendet, sondern wird nur unterbrochen. "Auch Jesus war ein Flüchtling. Das verpflichtet uns besonders zum Handeln", diese Sätze aus dem Weihnachtsgruß des Kölner Erzbischofs, Rainer Kardinal Woelki, zitiert Krüll und fügt an: "Diese Worte sind uns auch in Zukunft Mahnung und zugleich Ansporn." Zum Ende der Fasten- und in der Osterzeit werden die Innenstadt-Pfarren - so kündigt Krüll an - die Neusser zu Spenden für die Flüchtlinge im St.-Alexius aufrufen.

Seit mehr als zwei Jahren dient das ehemalige Alexius-Krankenhaus als zentrale Unterberingungseinrichtung des Landes. Inzwischen wohnen dort bis zu 500 Flüchtlinge. Der Vertrag für das Heim läuft noch bis Mitte 2015 und wird - nach Einschätzung von Bürgermeister Napp - vermutlich zumindest bis zum Jahresende 2015 verlängert werden.

(NGZ)