20 Jahre ökumenische Notfallseelsorge im Rhein-Kreis Neuss

Helfer im Hintergrund : Die Notfallseelsorge im Rhein-Kreis Neuss feiert Geburtstag

Die ökumenische Notfallseelsorge wird 20 Jahre alt und feiert das am Freitag, 8. November, mit einem ökumenischen Gottesdienst in St. Quirin (Beginn: 18 Uhr) und anschließendem Empfang im Kardinal-Frings-Haus.

Damit wird auf einen Kreis von derzeit rund 60 ehrenamtlichen Helfern geblickt, der jährlich rund 180 Einsätze fährt – ohne dass die Öffentlichkeit davon Notiz nimmt.

Wer von Notfallseelsorge hört, denkt oft zunächst an die großen Katastrophen. Die gab es auch in der Geschichte der Notfallseelsorge Neuss, die etwa beim Kraftwerk-Unglück in Neurath (2007) oder bei der tödlichen Messerattacke auf eine Mitarbeiterin des Jobcenters Neuss im Jahr 2012 eingebunden war. Doch viel häufiger stellen sich die Seelsorger nach vergleichsweise kleinen Katastrophen an die Seite der Betroffenen und Hinterbliebenen. Nach einem Suizid oder tödlichem Unfall im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz zum Beispiel.

Notfallseelsorge als kirchlicher Dienst sei ein Dienst für alle Menschen in Notsituationen, unabhängig von Religion, Konfession oder Lebensweise, sagt auch Angelika Ludwig. Die Krankenhausseelsorgerin im „Lukas“ gehörte 1999 zu den Gründern des Dienstes – und ist heute noch dabei. Ihr war im Gespräch mit Helfern des DRK aufgefallen, dass nach einem Rettungseinsatz nicht selten betroffene Angehörige allein zurückblieben, ohne die Hilfe von Familie, Freunden oder Nachbarn. „Wir spürten, dass das nicht die richtige Weise sei, um mit dieser Situation umzugehen“, sagt Ludwig. Das war die Geburtsstunde der Notfallseelsorge.

Im Dezember 1999 meldete das Team Einsatzbereitschaft. Kooperationspartner wie das DRK und das St.-Alexiuskrankenhaus halfen, Fragen wie die nach Einsatzfahrzeug und Dienstplänen zu beantworten. Seit dem Jahr 2012 steht die Ökumenische Notfallseelsorge auf eigenen Füßen. Geleitet wird der Dienst von den Pfarrern Angelika Ludwig, Gregor Ottersbach und dem organisatorischen Koordinator Peter Zimmermann. Seit einem Jahr unterstützt ein Förderverein unter Leitung von Marcel Kübel die Arbeit.

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