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Neuss: 1803 Schützen genießen sonnige Parade

Neuss : 1803 Schützen genießen sonnige Parade

König Thomas I. Loebelt und seine Königin Maren konnten sich am Sonntag über gutes Wetter freuen. Auch die Besucher strömten zum zweitgrößten Schützenfest im Rhein-Kreis Neuss – darunter viel Polit-Prominenz.

König Thomas I. Loebelt und seine Königin Maren konnten sich am Sonntag über gutes Wetter freuen. Auch die Besucher strömten zum zweitgrößten Schützenfest im Rhein-Kreis Neuss — darunter viel Polit-Prominenz.

Wahrscheinlich wird über Pfingsten nirgendwo so viel gefeiert wie auf der Furth. Ein Königspaar, fünf Tage, 94 Schausteller und 1803 Schützen machten auch dieses Pfingstwochenende zu einem einzigen Fest. Vor allem das mit 14 Sonnenstunden und Temperaturen über 20 Grad unerwartet gute Wetter sorgte am Sonntag für gute Stimmung, als die Schützen mit Blumenhörnern und Fahnenschwenkern ihrem König zu Ehren durch die Nordstadt zogen.

Schon als um 11 Uhr die Schausteller ihre Attraktionen und Stände öffneten, war die Kirmes gut besucht. Vor allem junge Familien waren gekommen. Unter ihnen Sandra Felisiak, die mit ihrem Mann und ihrem zweijährigen Sohn Jan vorbeischaute. "Das gute Wetter wollten wir gleich nutzen", sagte Felisiak. "Wenn die Kinder Spaß haben, ist das einfach das schönste." Einige Meter weiter brachte sich der noch müde wirkende Schütze Frederik Reymann wieder in Schwung. Auf dem "Salto Mortale" ließ sich der 27-jährige Jäger aus dem Zug "Gute Freunde" 15 Metern über dem Boden umherschleudern. Die Attraktion dreht die Passagiere in luftiger Höhe auf den Kopf und verharrt zweimal sogar in dieser Position. Was manchem schon beim Zusehen zu aufregend ist, genügt Reymann nicht. Wo andere sich festhalten, lässt er Arme und Beine baumeln, nur gehalten vom eingerasteten Bügel. "Das gibt mir den Kick", sagte er, zurück auf dem Erdboden. "Ich habe noch ein leichtes Schunkeln im Kopf, aber ich fühle mich total leicht."

Im Zelt wurden derweil die Bruderschaftsorden verliehen. Die höchste Auszeichnung, das Schulterband zum St.-Sebatianus-Ehrenkreuz, erhielten Bernd Ramsch und Wolfgang Hermes für ihre jahrzehntelangen aktiven Tätigkeiten in ihren jeweiligen Corps. Auf der Jungschützenebene erhielt Niklas Butz den Jungschützenverdienstorden in Bronze. Außerdem hat die Schützenbruderschaft mit Theo Edenhofner, Harald Denner und Wilfried Fahle drei neue Ehrenmitglieder.

Ebenfalls neu für die Schützen ist das strikte Rauchverbot. Die Further Schützen haben dafür vier Raucherbereiche rund um das Festzelt eingerichtet. Sicherheitspersonal an den Ein- und Ausgängen achtet auf die Umsetzung. "Es gab bislang keine Missachtung", sagte Reiterchef Torsten Klein (39) und freute sich: "Toll, dass sich alle daran gehalten haben."

Stolz ist man auf der Furth auch auf den prominenten Besuch — von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU), über CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe und Landtagsabgeordneten Reiner Breuer (SPD), bis hin zu Karnevalsprinz Toni II. "Das zeigt, welchen Stellenwert unser Schützenfest hat", ist sich Torsten Klein sicher. Doch mit dem Status Quo gibt man sich "Henger de Bahn" nicht zufrieden. Das Schützenfest soll weiter aufgewertet werden. Deshalb spielten gestern Abend erstmals "De Räuber" im Festzelt. Weitere Neuerungen soll es 2014 geben, wenn an Pfingsten wieder gefeiert wird.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Neuss: Das war das Further Schützenfest 2013

(jahu)