Neuss: 1800 Besucher informieren sich bei "Beruf konkret"

Neuss : 1800 Besucher informieren sich bei "Beruf konkret"

Meister oder Master? Was mit Medien, Menschen oder Maschinen? "Es herrscht eher Ratlosigkeit bei den Jugendlichen", sagte Thomas Röser, Berater für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit in Grevenbroich. "Dabei ist es unerheblich, welchen Abschluss die Schüler haben oder anstreben", weiß er. In fünf bis 20-minütigen Gesprächen beriet Röser am Samstag Jugendliche, die zur Ausbildungsbörse "Beruf Konkret 2017" gekommen waren. Sie ist mit 59 Unternehmen und mehr als 100 Ausbildungsberufen die größte Karrieremesse im Rhein-Kreis und wird von der Agentur für Arbeit und der Sparkasse Neuss veranstaltet. Rund 1800 Besucher wurden gezählt.

Extra aus Mönchengladbach ist Milena Beils mit ihrer Mutter Susanne in die Sparkasse nach Neuss gekommen. "Ich habe mich gerade über den Beruf der Ergotherapeutin informiert. Das kann ich mir vorstellen, aber eigentlich weiß ich noch nicht, was ich werden will", sagte Milena, die im nächsten Jahr die Mittlere Reife macht. Ihre Mutter ist dabei, weil sie ihrer Tochter bei der Orientierung helfen möchte. "Ich denke, die Schule hat die Berufsberatung ganz gut im Blick. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass es verstärkt so etwas wie Profilanalysen gibt, um die Fähigkeiten und Wünsche der Schüler herauszuarbeiten."

Die Ausbildungsbörse richtete sich an Schüler ab der achten Klasse, weshalb viele auch von ihren Eltern begleitet wurden. "Man merkt schon, wie jung manche der Interessenten noch sind, deshalb bringen wir gerne unsere Azubis mit", erklärte Birgit Radde von der Rheinland Versicherung. Da sei die Hemmschwelle niedriger, ins Gespräch zu kommen. "Dabei wird die Qualität der Bewerber immer besser, was man an den guten Fragen und der Ausdrucksweise merkt", sagte Radde, die seit zehn Jahren bei "Beruf Konkret" über die Ausbildungen für Versicherungskaufleute, Kaufleute für Marketing und Kommunikation sowie zum Fach-Informatiker informiert. Deshalb ist es auch keine Seltenheit, dass durch den ersten Kontakt der Weg zu einem Praktikumsplatz oder gar Ausbildungsstelle geebnet wird. "Statt eine Bewerbung per E-Mail ans info@nirvana zu schicken, hat man einen konkreten Ansprechpartner", sagt Birgit Bielefeld von der Personalentwicklung bei der Rheinischen Post. Zu ihr kamen junge Leute, die wissen wollten, wie man etwa Mediengestalter oder Journalist wird. "Die Schüler sind interessiert und offen. Die Atmosphäre ist sehr positiv und unterstützt das gegenseitige Kennenlernen", fand Bielefeld.

Das empfanden auch Leonie Balsliemke und Linda Büttgenbach so. Die beiden 18-Jährigen interessierten sich für die Ausbildungen zur Büro- oder Industriekauffrau. "Ich mache nächstes Jahr Abi und will eine Ausbildung machen, weil ich schon einmal Geld verdienen kann und dann was habe, um weiterzukommen", sagte sie. Freundin Linda macht nach ihrem Fachabitur gerade ein Jahr zur Berufsorientierung: "Ich war letztes Jahr schon hier. Trotzdem konnte ich mich nicht entscheiden, aber vielleicht finde ich dieses Mal was."

Info Workshops und Vorträge zu kaufmännischen und gestalterischen Ausbildungen und dualem Studium in der Medienbranche: 1 0. Oktober, 16 bis 19 Uhr, Rheinische Post Mediengruppe, Zülpicher Str. 10, Düsseldorf-Heerdt. Anmeldung bis 2. Oktober: www.rheinischepostmediengruppe.de/Karriere/Inside

(NGZ)
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