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Neuss: 120 Wochen Baustelle

Neuss : 120 Wochen Baustelle

Neuss Auf der langen, langen Strecke der A 57 ist der Abschnitt zwischen dem Dreieck Neuss-Süd und dem Anschluss Neuss-Hafen etwas Besonderes. Denn mit bis zu 120 000 Fahrzeugen täglich, so betont Michael Schumacher vom Landesbetrieb Straßen NRW, "ist er der am stärksten beanspruchte Bereich."

Neuss Auf der langen, langen Strecke der A 57 ist der Abschnitt zwischen dem Dreieck Neuss-Süd und dem Anschluss Neuss-Hafen etwas Besonderes. Denn mit bis zu 120 000 Fahrzeugen täglich, so betont Michael Schumacher vom Landesbetrieb Straßen NRW, "ist er der am stärksten beanspruchte Bereich."

Der nun anstehende Ausbau des Teilabschnittes vom Anschluss Neuss-Norf bis kurz vor die Dormagener Stadtgrenze auf sechs Spuren ist deshalb eine Herausforderung - und zwar in vielerlei Hinsicht.

Die Besonderheit des Vorhabens drückt sich auch in der Bauzeit aus. Auf 120 Wochen Baustelle müssen sich die Neusser nach Darstellung Schumachers, der die Bauaufsicht innehat, auf dem gut dreieinhalb Kilometer langen Abschnitt einrichten. Und da sind die Monate für die schon laufenden Vorarbeiten nicht inbegriffen.

Einziger Trost: "Der Bauablaufplan sieht keine Vollsperrung der A 57 vor", unterstreicht Imke Halbauer, die in der Niederlassung Mönchengladbach des Landesbetriebs als Abteilungsleiterin Bau die Gesamtverantwortung für dieses 29 Millionen Euro schwere Vorhaben trägt.

Die gestellte Aufgabe wurde durch die Vorgabe der Stadt, die Durchfahrt der Kruppstraße unter der A 57 in jedem Fall offen zu halten, nicht einfacher. "Die Sperrung hätte uns schon geholfen", ist Imke Halbauer überzeugt, die nun plant, was der Landesbetrieb so noch nie gebaut hat: eine sechsspurige Umfahrung, damit die Brücken in einem Stück erst abgerissen und dann neu gebaut werden kann. Das hilft, die Bauzeit nicht noch weiter auszudehnen, betont Halbauer, hebt aber die Baukosten.

Und noch an einer anderen Stelle setzt der Bund Geld ein, um Zeit zu sparen: beim Bau der 350 Meter langen Lärmschutzwand in der Ortslage Norf, südlich des Überwurfs Schellbergstraße. Weil die bestehende Lärmschutzeinrichtung maximal auf einer Länge von 50 Metern geöffnet werden darf, hätte ein abschnittsweiser Ausbau von Straße und Lärmschutz auf diesem kurzen Teilstück allein schon zweieinhalb Jahre gedauert, erklärt Halbauer.

Der Landesbetrieb fand einen anderen Weg und baut nun auf den derzeitigen Überholstreifen der Spur in Fahrtrichtung Köln eine provisorische Lärmschutzwand.

Die offene Kruppstraße und der Lärmschutzwall sind zwei von vier Punkten, die diese Baustelle nach Halbauers Darstellung so anders machen als viele andere im Verlauf der A 57. Hinzu kommt einerseits die Auflage, zu jeder Zeit der Bauarbeiten drei Spuren in jede Fahrtrichtung für den Verkehr offen zu halten. Zum Vergleich: Zwischen dem Kreuz Kaarst und Bovert, wo derzeit gearbeitet wird, galten zwei und zwei Spuren als ausreichend. Andererseits ist zu beachten, dass die Autos künftig 20 Zentimeter höher durch die Landschaft rauschen werden.

Denn die bestehende Betonfahrbahn wird nur zertrümmert und dient als Unterbau für eine neue Straße, die mit einer Mächtigkeit von 20 Zentimetern darauf gebaut wird. Das führt zu hohen Kanten zwischen fertigen und noch herzurichten Abschnitten, die mit Rampen erreichbar gemacht werden müssen. Diese Arbeit steht bei jeder Veränderung des Verkehrsflusses an - und davon zählt Halbauer sieben.

(NGZ)