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Neuss: 120 Jahre Neusser Bauverein

Neuss : 120 Jahre Neusser Bauverein

Ärmeren Menschen schnell bezahlbaren Wohnraum in Neuss bieten – das war die Gründungsidee des Bauvereins. Heute steht das Wohnungsunternehmen vor neuen Herausforderungen.

Ärmeren Menschen schnell bezahlbaren Wohnraum in Neuss bieten — das war die Gründungsidee des Bauvereins. Heute steht das Wohnungsunternehmen vor neuen Herausforderungen.

So sieht das Gebäude heute aus. Foto: bauverein

Im August 1891 ist Neuss eine aufstrebende Industriestadt mit 23 000 Einwohnern; eine Stadt, die wegen der Industrialisierung vor großen Veränderungen steht — auch im sozialen Bereich. Als am 1. August die Neusser Gemeinnützige Bauverein AG als eine der ersten Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaften im Rheinland gegründet wird, verfolgt sie darum vor allem ein Ziel: ärmere Bevölkerungsgruppen mit angemessenem Wohnraum zu versorgen. Heute, 120 Jahre später, ist der Bauverein mit rund 17 000 Mietern das größte Wohnungsunternehmen im Rhein-Kreis. Die Idee ist gleich geblieben: moderne, günstige Wohnungen und umfangreichen Serviceleistungen für die Mieter zur Verfügung stellen.

Vor 120 Jahren war der damalige Landrat Clemens von Schorlemer Ideenstifter einer der Initiatoren aus der Neusser Bürgerschaft. Bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten bereitzustellen — dieser Gründungsgedanke der Neusser Bauverein AG gilt auch heute als Leitsatz. Denn nach wie vor besteht in Neuss eine hohe Nachfrage nach günstigen Wohnungen. Als Sozialpartner der Stadt leistet der Bauverein außerdem seinen Beitrag zu stabilen Verhältnissen in den Stadtteilen. "Attraktive Wohnquartiere, in denen sich die Menschen wohl fühlen, sind dabei einer der wichtigsten Faktoren", sagt der Bauverein-Vorstandsvorsitzende Frank Lubig. Daher investiert das Unternehmen jährlich in die Modernisierung und Aufwertung der Bestände — 11,3 Millionen Euro allein im vergangenen Jahr.

Einen hohen Stellenwert nimmt auch das soziale Miteinander ein: So gibt es Nachbarschaftstreffs, Mieterfeste und Blumenmärkte, die der Bauverein unterstützt. Zudem profitieren die rund 17 000 Mieter von Kooperationen mit den lokalen Wohlfahrtsverbänden. Mobile soziale Beratung, Hilfe in schwierigen Lebenslagen und Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags für ältere und pflegebedürftige Menschen zählen zum Angebot. Einen Schwerpunkt bildet das Engagement für Kinder und Jugendliche. So ermöglicht das Unternehmen durch Kooperationen mit dem Stadtsportverband und Vereinen sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen vielerorts die Teilnahme am Vereinssport.

War es vor 120 Jahren vorrangig der Zuzug ärmerer Menschen aus dem Umland, für die schnell Wohnraum bereitgestellt werden musste, steht der Bauverein heute vor anderen gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Mieterschaft wird immer älter, möchte auch im Alter in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. "Diese Bedürfnisse unserer Mieter unterstützen wir und haben darauf mit dem Konzept Wohnen mit Service reagiert", sagt Lubig. Das beinhaltet unter anderem die barrierefreie Gestaltung, mit der mittlerweile alle Neubauten versehen und der Altbestand nachgerüstet wird.