Neuss: 119 Tiere suchen ein neues Zuhause

Neuss : 119 Tiere suchen ein neues Zuhause

Über hundert Bewohner leben derzeit im Neusser Tierheim. Nicht selten landen Tiere dort, weil Besitzer die Arbeit rund um ein Haustier unterschätzen. Wir stellen einige herrenlose Tiere vor.

Etwas scheu schaut Lisa aus ihrem Körbchen. Man merkt, dass ihr noch etwas Erfahrung im Umgang mit Menschen fehlt. Dabei hat die einjährige Katze gemessen an ihrer kurzen Lebenszeit schon einiges erlebt. Das Tier wuchs zunächst in einem Privathaushalt auf, doch die Besitzer gaben Lisa schnell ins Tierheim Neuss-Bettikum ab. Lisa wartet nun auf ein neues Zuhause. "Sie ist sehr verschmust und eignet sich gut als Zweittier", sagt Tierheimleiterin Monika Provaznik.

Lisa ist eine von 73 Katzen, die derzeit im Neusser Tierheim leben. Dazu kommen 25 Hunde, sechs Kaninchen, fünf Wellensittiche, zwei Nymphensittiche, fünf Meerschweinchen, zwei Frettchen und eine Chinchilla. Gründe, weshalb Menschen ihre Tiere ins Heim geben, gibt es verschiedene: Etwa Trennung von Familien, finanzielle Sorgen oder Allergien.

Chinchilla im Karton

Zwei Drittel der im Heim lebenden Tiere werden gefunden. Das Chinchilla wurde zum Beispiel an der Straße in einem Karton entdeckt. "Die Besitzer trauen sich oft nicht ,die Tiere bei uns persönlich abzugeben. Es ist ihnen peinlich. Aus dem selben Grund geben sich manche Besitzer auch als Tier-Finder aus", sagt Provaznik, die seit 16 Jahren im Neusser Tierheim arbeitet und somit auf eine reichhaltige Erfahrung zurückblickt.

In den vergangenen Jahren hat sich nach Provazniks Einschätzung der Bestand an Kleintieren im Tierheim vervierfacht. Zu dieser Kategorie zählen nicht nur Kaninchen oder Meerschweinchen, sondern mittlerweile auch Frettchen und Chinchillas. "Das sind Trendtiere. Leider unterschätzen einige Menschen, wie viel Arbeit sie machen — und dann landen sie bei uns", sagt die 57-Jährige, der es nicht nur darum geht, dass die Tiere irgendeinen neuen Besitzer finden. "Wir suchen Menschen, die sich darüber bewusst sind, was Tierhaltung bedeutet." Und das fange schon bei der Anschaffung an.

Ein weit verbreiteter Irrglaube sei, dass man die Tiere geschenkt bekomme. Tatsächlich muss jeder, der ein Tier aus dem Heim erstehen möchte, eine so genannte Schutzgebühr bezahlen. Bei Hunden fallen 220 Euro, bei Katzen 90 Euro und bei Kaninchen 25 Euro. Bei allen anderen Tieren ist der Preis Verhandlungssache. Zur Leistung der Gebühr zählt, dass das Tier geimpft, gechipt, kastiert und entwurmt ist.

Sehen Sie hier Tiere aus dem Neusser Tierheim.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Neuss: Diese Tiere suchen ein Zuhause

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