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Neuss: 100.000 Euro fließen für Brunnen

Neuss : 100.000 Euro fließen für Brunnen

Rechtzeitig zum Frühling tragen 28 Brunnen zur besonderen Atmosphäre in der Innenstadt und in den Ortsteilen bei. Oftmals sind sie von Künstlern gestaltet und geben einen Einblick in die Historie des Ortes.

Ein fester Dreh und der Wasserfluss stoppt. Detlef Weiss und Helmut Batusch nehmen ihr Werkzeug und legen los. Die beiden Mitarbeiter gehören zu der Kolonne des städtischen Grünflächenamtes, die die 28 Brunnen in der Stadt in Schuss hält und dafür sorgt, dass mit Frühlingsbeginn die wasserspeienden Anlagen das Straßenbild in der Innenstadt und in den Ortsteilen verschönern. Das lässt sich die Stadt in jedem Jahr zwischen 90 000 und 100 000 Euro kosten. "Darin sind die Ausgaben für Wartung und Sanierung, sowie für Wasser und Energie enthalten", sagt Amtsleiter Stefan Diener.

Johannes Hettchen gefällt der Wolberobrunnen auf der Neusserfurth. Foto: Woitschützke, Andreas

In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts legte die Stadt ein umfangreiches Brunnen-Programm für die Stadtteile auf. Seitdem sind alle Ortsteile mit zum Teil sehr sehenswerten Anlagen versorgt. Neuanlagen sind selten, sagt Diener. Der letzte Brunnen wurde auf dem Wolberoplatz auf der Neusserfurth im vergangenen Jahr eingeweiht. "Weitere Neuanlagen sind nicht in Sicht", so Diener. Vor allem Heimatvereine und Schützen(-bruderschaften) machen sich für die Verschönerung ihres Lebensumfeldes stark. Und dazu gehört vielfach ein sprudelnder Brunnen auf zentralem Platz. Das ist in Holzheim so wie auch in Weckhoven oder auf der Furth. Oft zieren Figuren der Reliefs die Brunnen, die Hinweise auf Historisches geben oder bedeutende Persönlichkeiten zeigen. Heilige zum Beispiel wie den heiligen Sebastianus oder heiligen Martinus. Oder sie werden von Künstlern gestaltet wie der Pinguin-Brunnen in Norf-Derikum.

Elisabeth Kramer am Martinusbrunnen in Holzheim. Foto: Woitschützke, Andreas

Ein besonders eindrucksvoller und augenfälliger Brunnen steht direkt vor dem Rathaus in der Innenstadt. Er wurde 1984 zur 2000-Jahr-Feier der Stadt eröffnet. Der Künstler Elmar Hillebrand gestaltete ihn mit acht bronzenen Reliefs, die markante Ereignisse der Stadtgeschichte zeigen, von der Römerzeit bis heute. Er lädt im Sommer immer wieder Passanten ein, Hände und Füße ins kühle Nass zu halten und ist für die Neusser ebenso ein Hingucker wie für Touristen. Trinkbar ist das Wasser allerdings nicht. Das gilt für alle städtischen Brunnen, deren Wasser aus Kostengründen von Pumpen immer wieder umgewälzt wird. Mit einer Ausnahme: Der Brunnen vor dem Quirinusmünster enthält Frischwasser, dass auch getrunken werden darf.

Eine besondere Rolle kommt den Wasserspielen zu, die keine Brunnen im klassischen Sinne sind. Wie die vor der Treppenanlage am Zeughaus, am Obertor oder im Stadtgarten. Dort ist die Technik deutlich aufwändiger, denn mit starken Pumpen wird das Wasser in die Höhe gespritzt.

(NGZ)