Neukirchen-Vluyn: Zwei Blickwinkel auf die vielfältigen Situationen des Lebens

Neukirchen-Vluyn: Zwei Blickwinkel auf die vielfältigen Situationen des Lebens

"Zwei Wege" ist der Titel einer besonderen Ausstellung, die am Wochenende in der Vluyner Kulturhalle eröffnet wurde.

Neben einem herzlichen Grußwort von Bürgermeister Harald Lenßen hielt der Schriftsteller und ehemalige Kulturbeauftragte Franjo Terhart eine Laudatio auf die beiden Künstler und führte in ihr Werk ein.

Die Wege von Marlies Mach und ihrem Schulfreund Heinrich Mehring haben sie nach fünf Jahrzehnten zusammengeführt. Die Malerin, die viele Jahre in Vluyn gewohnt hat, und der Fotograf aus Bergisch Gladbach stellten erfreut fest, dass sie trotz des unterschiedlichen Mediums ihrer Kunst vieles gemeinsam haben. "Wir sehen beide das Besondere im Unscheinbaren", sagt Mach. Biografisch gibt es ein Stück gemeinsamen Weges: Beide kamen als Flüchtlingskinder ins niedersächsische Bad Pyrmont. Beide erhielten Unterricht bei dem Kunsterzieher Hugo Stuhl, der ihre Art zu sehen beeinflusste und ihre künstlerischen Talente förderte. Mit ihren Landschafts- und Naturbildern in Acryl fängt Marlies Mach die Atmosphäre, das Spiel von Licht und Schatten, die Farben und Formen der Natur ein. Sie ist immer wieder überwältigt von der Vielfalt der Natur, nimmt Geräusche, Gerüche und die Jahreszeiten intensiv wahr.

Das Bild mit den Nordlichtern über Spitzbergen liebt die Künstlerin besonders. Doch sie möchte nicht einfach nur abbilden, was sie sieht. "Es soll auch Raum bleiben für die Fantasie des Betrachters, so dass er sich in meine Bilder hineinsehen und vielleicht sich selber finden kann", sagt sie.

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Heinrich Mehring hat Fotografien aus fünf Jahrzehnten mitgebracht. Viele Straßenszenen in Schwarz/Weiß sind darunter. Mehring hat, wie Terhart in seiner Rede bemerkt, die Gabe, warten zu können. Warten auf den einen Moment, auf das richtige Zusammengehen von Licht, Schatten und Motiv. So sind Bilder in New York, Paris und Köln entstanden. Scheinbar zufällig, aber doch bedeutungsschwer. Beispielsweise, wenn eine Frau mit Kopftuch an einem Werbeplakat mit einem spärlich bekleideten Model vorübergeht und sich in dem Werbeplakat eine Kirche spiegelt. Nach dem Ende seines Berufslebens, unter anderem als Fotograf bei der Bayer AG, hat er die Lust am Fotografieren wiederentdeckt. So sind seine "Guckmale" entstanden - seine Art, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf einen Ausschnitt der Welt zu lenken. Da ist der Ausschnitt einer Spundwand, die mit ihrem Grau und den grünen Algen wie eine gefaltete Landschaft aussieht. Dabei sind die Fotos, auch wenn sie heutzutage digital entstanden sind, ganz und gar authentisch und unbearbeitet.

Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Juni in der Kulturhalle zu sehen.

(rauh)