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Yoga an der Dorkirche Neukirchen

Gesundheitsangebot : Yoga unter freiem Himmel

Im Rahmen des Projekts „Landkultur“ beteiligt sich der Verein Kulturprojekte Niederrhein in Kooperation mit dem Kensho Sport- und Gesundheitszentrum an zwei Gesundheitsangeboten im öffentlichen Raum.

Der Rasen zwischen der Neukirchener Dorfkirche und dem neuen Gemeindezentrum ist frisch gemäht, bis auf einen kleinen Streifen bunter Wildblumen. Glücklicherweise hat sich das Wetter gehalten. Am späten Nachmittag, als sich um 17 Uhr zwanzig Menschen, die meisten von ihnen Frauen, an der Bruchstraße einfinden, ist es angenehm mild.

In bequemen Sportsachen und mit einer Matte unter dem Arm suchen die Frauen sich einen Platz auf der Wiese – jedoch nicht, ohne sich zuvor mit Namen bei Dirk Schauenberg zu melden. Der Inhaber des Kensho Sport- und Gesundheitszentrums hat mit seinen Mitarbeitern eine kleine Soundanlage aufgebaut, aus der meditative Musik plätschert. Schauenberg freut sich, hier mitten im Dorf Neukirchen, wo er aufgewachsen ist, erstmals eine Yogastunde unter freiem Himmel anbieten zu können.

„Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper“, ist er überzeugt. Dass Bewegung und Gesundheit wichtig sind, dafür möchten er und seine Frau sensibilisieren. Yoga ist ganz und gar nicht exotisch, sondern mitten im Alltag, mitten im Dorfleben hat es seinen Platz. Zumindest an diesem Fronleichnams-Donnerstag.

Magdalena Schauenberg ist eine erfahrene Yogalehrerin. Die meisten Teilnehmenden an dieser kostenlosen Aktion haben auch bereits ein wenig Erfahrung. „Yoga ist ein Weg zur Selbstfürsorge“, beginnt die Yoga-Lehrerin die Stunde. Es gehe um Entspannung und bewusste Atmung, frei von Leistungsdruck. Als die Teilnehmenden auf ihren Matten in den Vierfüßlerstand gehen und mit dem Atem langsam den Rücken auf und ab bewegen, bleiben einige Neugierige stehen und blicken interessiert auf die Szene. Unwillkürlich wird geflüstert. Einfach mitmachen geht leider nicht, eine vorherige Online-Anmeldung war Voraussetzung.

Dass Autos und Mopeds vorbeifahren und das eine oder andere Kind plappernd über das Pflaster rollert, lenkt die Übenden schon etwas ab. Doch es hat auch etwas für sich, an der frischen Luft Körperübungen zu machen. Gerade in Corona-Zeiten fühlt es sich sicherer an als das gemeinsame Üben und Schwitzen im geschlossenen Raum.

Doch was hat das alles nun eigentlich mit Kultur zu tun? Denn Veranstalter dieses Events ist nicht das Kensho alleine, sondern der Verein „Kulturprojekte Niederrhein“ in Person von Rüdiger Eichholtz. Im Rahmen des Projekts „Landkultur“ soll die Aktion das Dorf Neukirchen beleben und Menschen zusammen bringen. „Kultur ist hier ganzheitlich gedacht, als Verbindung von Körper, Geist und Seele“, erklärt Eichholtz. Schließlich sei das Dorf Neukirchen ein Zentrum für Gesundheitsangebote.

Gerne könnten sich weitere Akteure an dem Projekt beteiligen. Tai Chi beispielsweise werde in Asien bevorzugt auf öffentlichen Plätzen durchgeführt. Das Ehepaar Schauenberg hat dies in Singapur erlebt. Außerdem, so Dirk Schauenberg, sei Gesundheit die Voraussetzung, um Kunst und Musik genießen zu können. Gerade in der Coronakrise sei das deutlich geworden.

Beim nächsten Projekt komme dann die Kultur in engeren Sinne hinzu, so Eichholtz: Am Sonntag, 28. Juni, gibt es an der Halde Norddeutschland dann eine Abendmeditation mit den Schauenbergs und Live-Musik der Band „David Helbock´s Random/Control“. Weitere Informationen zu Kulturprojekte Niederrhein e.V. und zur Veranstaltung gibt es unter www.kulturprojekte-niederrhein.de/landkultur.