Wesel: Vorpremiere von Matze Knops Programm "Willkommen in Matzeknopien" im Scala

Interview mit Comedian Matze Knop : Im Land von „King Knop“

Mit neuem Programm kommt Comedian Matze Knop in die Kulturhalle. Ein Gespräch über den alltäglichen Wahnsinn, Frauen und Fußball.

„Willkommen in Matzeknopien – Ich mach’s jetzt selbst“ lautet der Titel des neuen Programms von Comedian, Moderator, Sänger, Schauspieler und Parodist Matze Knop. Zum Start seiner Tournee kommt der 45-Jährige am Donnerstag, 14. Februar, 20 Uhr, in die Kulturhalle Neukirchen-Vluyn.

Worauf darf sich das Publikum freuen?

Matze Knop Ich kann versprechen, dass es ein toller Abend wird. Ich mache auf der Bühne Tamtam, Musik und ich singe. Es gibt Stand­up-Comedy und ich zeige Videos. Ansonsten geht es darum, dass ich nicht mehr auf andere wie den Arzt oder den Handwerker warte. Ich nehme jetzt alles selbst in die Hand in meinem eigenen Land, in Matzeknopien. Zum Beispiel im Supermarkt. Da stehe ich am Kühlregal vor 80 Sorten Joghurt – da gibt es Sorten wie Holunder-Butterkeks-Schinken. In meinem Land gibt es nur zwei Joghurts: schmeckt oder schmeckt nicht. Ich war jetzt beim Bäcker. Dort gibt es Brot aus Roggen, Weizen, Dinkel, Drei-Korn, Vier-Korn, Asbach Uralt und Körner-Harmonie. Wenn ich das höre, muss ich an einen Gesprächskreis denken und nicht ans Frühstück. In meinem Land gibt es nur „das da“ und „das daneben“.

Schreiben Sie alle Texte und Lieder selber oder haben Sie auch wie Otto ein paar Kollegen, die als GagSchreiber agieren?

Matze Knop Es gibt jemanden, mit dem ich zusammenarbeite. Und eine Frau, die mir hilft, in die Welt der Frauen vorzudringen. Wir Männer sind ja, selbst als Frauenversteher, da ein bisschen verloren.

War Ihr komisches Talent schon früh zu erkennen? Waren Sie in der Schule der Klassenclown?

Matze Knop Als Schüler war ich eher zurückhaltend. Das habe ich mir für später aufbewahrt. Bei mir fing das kurz vor dem Abitur an, als eine Schulband gegründet wurde und ich Sänger wurde. Meine ersten Kontakte zu den Medien hatte ich als Kind. Denn mein Vater war ein oder zwei Jahre Sportreporter beim WDR und NDR. Und da bin ich mit zu den Fußball-Bundesligaspielen gefahren. Nach der Schule habe ich dann beim privaten Hörfunk angefangen und Beiträge produziert. Weil ich gerne auch an Wochenenden gearbeitet habe und penetrant genug war, hat man mich irgendwann auch ans Mikro gelassen. Und da habe ich gespürt, dass das mein Ding ist.

Sie sind einem breiten Publikum vor allem als Parodist von Fußball-Stars und -Trainern ein Begriff. Sollte man sich mit Fußball auskennen, wenn man sich eine Karte für Ihr Programm kauft?

Matze Knop Nein, das ist egal. Man nimmt einfach den kleinsten gemeinsamen Nenner. Beckenbauer oder Jogi Löw kennt doch jeder. Es ist auf jeden Fall kein reines Fußball-Programm. Wenn ich ein eigenes Land gründe, geht es um viele Themen. Es geht um Heimat im Herzen. Dann muss ich auch über Themen sprechen wie die Suche nach einem Parkplatz, über Ernährung und dass der Sommer 2018 viel zu warm war. Damit das so bleibt, bin ich mit dem Diesel direkt mal um den Block gefahren....

Noch eine Frage zum Fußball: Ihr Vater hat als Jugendtrainer in Lippstadt die beiden späteren Bayern-Stürmer Karl-Heinz und Michael Rummenigge trainiert. Warum haben Sie den Sprung ins Profigeschäft nicht geschafft?

Matze Knop Das liegt wohl daran, dass sich mein Vater sportlich nicht genug um mich gekümmert hat. Tatsächlich war aber mein Talent nicht groß genug. Über Umwege spiele ich aber auch jetzt praktisch Champions League.

Das müssen Sie erklären.

Matze Knop Ich mache eine Parodie auf Ronaldo von Juventus Turin. Und da waren wir jüngst in Turin und haben in dem Restaurant kostenlos drehen dürfen, wo die echten Spieler essen gehen. Damit der Wirt auch etwas verdient, haben wir dort für gut 150 Euro etwas gegessen. Als ich in Ronaldo-Montur bezahlen wollte, hat der Chef abgewunken. Er hatte so viel Spaß, dass er uns eingeladen hat.

Gibt es eine Figur, die Ihnen am Herzen liegt, die aber aktuell keine Rolle in Ihrem Programm spielt, weil sie aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit verschwunden ist?

Matze Knop Jürgen Klinsmann. Der ist leider raus aus dem Fokus. Aber ich habe seine Perücke noch. Insgeheim habe ich die Hoffnung, dass er zu seinem Heimatklub VfB Stuttgart zurückkehrt. Die könnten Klinsi dort gerade sicher gut gebrauchen.

Treiben Sie als Sportinteressierter selber auch Sport? Der Regent eines Landes sollte fit sein.

Matze Knop Gleich geht ich zum Fitnesstrainer, denn als Herrscher von Matzeknopien muss ich im Saft stehen. Ich kicke auch noch ein bisschen und habe kürzlich meinen Spaß am Eishockey entdeckt. Freude macht mir auch Wasserball – habe ich im letzten Urlaub gespielt. Dabei habe ich mir vier Rippen rausgehauen, die mir meine Physiotherapeutin allerdings irgendwie mit viel Gespür wieder reingedrückt hat.

Wie reagieren eigentlich Sportler Ihre Parodien? Beckenbauer zum Beispiel?

Matze Knop Der war am Anfang noch etwas zurückhaltend. Mittlerweile kennen wir uns sehr gut und fetzen uns auch. Er ist da sehr entspannt und hat einen großen Humor.

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