Neukirchen-Vluyn: Werbering: "Neukirchener Platz" statt "Denkmalplatz"

Neukirchen-Vluyn: Werbering: "Neukirchener Platz" statt "Denkmalplatz"

Der Vorsitzende Gernot Fietze favorisiert einen Namen, der in die Zukunft weist statt in die Vergangenheit.

Der Werbering Neukirchen-Vluyn hat sich in die Debatte um die Benennung des Platzes am Erziehungsverein eingeschaltet. "Ein neuer Name für den Platz zwischen Buchhandlung und Arkaden sollte dessen künftig wachsende Bedeutung für das Dorf Neukirchen widerspiegeln", findet Gernot Fietze, Vorsitzender des Werberings. Der Fokus in der Diskussion müsse daher stärker auf die Zukunft des Platzes gerichtet sein. Bauchschmerzen hat der Vorsitzende des Werberings mit Vorschlägen, die das Denkmal in den Platznamen integrieren. "Wer sich das Denkmal im Namen wünscht, wendet den Blick statt in die Zukunft in die Vergangenheit - und in eine zweifelhafte dazu!", gibt Gernot Fietze zu bedenken: "In seiner heroisierenden Gestaltung und der Aussage der zentralen Figur, die den Blick trotzig zum damaligen Erzfeind nach Paris wendet, muss man dieses Krieger-Ehrenmal 90 Jahre nach seiner Errichtung sehr kritisch sehen."

Dies gelte auch, wenn das Denkmal heute, wie am Volkstrauertag, als Ort des Gedenkens und des Aufrufs zum Frieden genutzt werde. Es sei jedoch nie als Friedensdenkmal konzipiert gewesen. Fietze: "Ein anachronistisches Krieger-Ehrenmal ist keine Werbung für eine Stadt!" Es sei gut und richtig, toter Angehöriger und Freunde zu gedenken. Das Denkmal vermische dies aber - wie seinerzeit üblich - mit einem nationalistisch-aggressiven Grundklang, der schon lange nicht mehr in die Zeit passe. "Mich stört der Gedanke, diesem zweifelhaften Denkmal durch eine Erwähnung im Platznamen unkritisch noch mehr Bedeutung zuzugestehen. Zumal in einer Stadt, die einen der ersten NS-Bürgermeister im Rheinland hatte."

Bei der Vorstellung der Pläne zur Umgestaltung des Platzes habe der Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen vor gut einem Jahr erklärt, bei der neuen Namensvergabe bereits einige mögliche Namen verdienter Persönlichkeiten im Hinterkopf zu haben. "Wenn der HVV heute doch einen nicht personenbezogenen Namen wünscht, kann ich damit gut leben. Aber dann muss es doch um einen wirklich neuen Namen gehen!", fordert der Werbering-Chef. "Vielleicht könnte er - als Spiegelbild zum Vluyner Platz - Neukirchener Platz heißen", schlägt Gernot Fietze vor. "Auch andere Namen sind denkbar - doch einer Vorgabe sollten sie genügen: Sie müssen die zukünftige Bedeutung und Aufgabe als zentraler Platz Neukirchens klar vermitteln."

Die Diskussion um die Platzbenennung hatte nach einem Wettbewerb eingesetzt, bei dem de Name "Wilhelmine-Bräm-Platz" als Sieger hervorging (wir berichteten). Der Werbering betont, dass er nicht Mitveranstalter des Wettbewerbs gewesen sei: "Der Namenswettbewerb wurde allein von der Stadt ausgetragen. Der Werbering war lediglich mit anderen in die Jury eingeladen und um eine Preisspende gebeten worden."

(RP)