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Welpentraining in Rheurdt: Mit dem Vierbeiner in der Zwergenschule

Welpentraining in Rheurdt : Vierbeiner in der Zwergenschule

Freude und Konsequenz bestimmen das Verhältnis zwischen Hund und Hundebesitzer. Bei Trainerin Simone Spooren gibt es die entsprechenden Einheiten ab dem vierten Lebensmonat in der Welpenschule.

Gespannt wartet die Vierbeiner-Runde auf ihre Trainingseinheiten. Das Rayener Außengelände von Hundetrainerin Simone Spooren, die an der Alten Molkerei in Schaephuysen das Hundezentrum Dogydogs betreibt, ist bestückt mit verschiedenen Übungsmaterialien. Diesmal dreht sich alles um die Gewöhnung an Untergründe und das Training der Motorik.

„Wir arbeiten mit verschiedenen Untergründen, über die die Hunde laufen sollen“, sagt Spooren. Das können beispielsweise auf dem Boden liegende Metall- oder Holzroste, der Limbosteg, Flatterbänder oder andere alltagsrelevante Balanciereinheiten sein. Trainiert wird dabei kontinuierlich der richtige Mix an Motivation, Zuneigung und Begrenzung. Bei Fehlern gibt es umgehende Korrekturen und Tipps zum richtigen Umgang.

Hund bleibt Hund, Mensch bleibt Mensch: Gerade für Ersthundebeisetzer sei das ein wichtige Erfahrung, sagt die Trainerin. „Wir arbeiten mit Menschen UND ihren Hunden. Oftmals klaffen das Bild vom leinenführigen, ,lieben’ Hund und die Realität weit auseinander.“ Falsche Vorstellungen schon beim Kauf seien der Grund. Hinzu komme hoher Leistungsdruck, der vor allem beim ersten Hund das Verhältnis bestimme und für das erste gründliche Missverständnis sorge. „Die Annäherung und Bindung von Hund und Besitzer ist tägliche Arbeit, verlangt intensives Training mit Alltagstauglichkeit“, sagt Spooren. „Sonst kommt es zu Überforderung.“

Arbeit mit dem Hund, erklärt die Trainerin, bedeute für den Hundehalter Arbeit mit und an sich. Dabei gebe es keine Unarten des Hundes. Spooren: „Wir haben es mit angeborenen, genetisch bedingten Verhaltensweisen zu tun, die wir durch das Training in die richtige Richtung lenken.“

Mit dabei ist an diesem Tag der vier Monate alte Malteserrüde Gino, ein quirliges weißes Wollknäuel. Für Ruth Spickmann ist Gino der erste Hund und – er war Liebe auf den ersten Blick. Trainingseinheiten fruchten. „Er kläfft weniger die Leute an, ist entspannt und schläft durch. Wir sind cooler geworden“, erzählt Spickmann. An Kommandos wie „Sitz“ und Platz“ arbeitet sie. Leckerlis gibt es immer dann, wenn Gino seine Aufgabe richtig gemacht hat, er sich etwas erarbeitet hat. Das filigrane System von Motivation, Aufgabenstellung und Belohnung muss aufgebaut werden und ist das Geheimnis der positiven Verknüpfung.

Für Claudia Czerlitzka, erfahrene Hundehalterin, ist das Training Grundlage und Hilfe zugleich, eine gesunde Beziehung zum Hund aufzubauen, die Sicherheit gibt. „Er testet zu Anfang alles aus, frisst Sachen an, klaut vom Tisch“, beschreibt sie im Rückblick ihre Erfahrung mit nicht akzeptablen Verhaltensweisen. „Wichtig ist, dem Hund Ruhe beizubringen und ihm Rückzugsorte zu geben, weil er sonst völlig überdreht ist und zu dem Hund wird, den er wir eigentlich nicht wollen.“

Wie sich Hund und Herrchen annähern, erlebt Olly (34) mit seinem Belgischen Schäferhund Loki, benannt nach dem nordischen Gott des Feuers. Temperament und Kraft hat der viermonatige Vierbeiner zur Genüge kombiniert mit einer Supernase. Auf dem Trainingsplatz gibt Loki sich unerschrocken. „Ich will ihn zum Leichenspürhund ausbilden“, erzählt der Berufsfeuerwehrmann. Dafür wird Loki noch verschiedene Seminare zur Zielobjektsuche absolvieren. „Beim Training lerne ich auch über mich sehr viel“, so Olly, der mit Schäferhunden groß wurde.

15 Wochen alt ist Kimba, ein Australian Sheperd, sprich Hütehund, der seine Besitzerin Alexandra Rockelsberg fordert. „Wichtig ist für mich in der Zwergenschule die Sozialisierung des Hundes“, sagt die Mehrfachhundebesitzerin. „Ich lerne, Ruhe zu bewahren, denn alle meine Aufregung übertrage ich auf den Hund, der noch aufgeregter reagiert.“