Was morgens mit Gottesdiensten begann, wurde nachmittags zum bunten Markt.

Neukirchen-Vluyn : Ein Jahresfest für Leib und Seele

Neukirchener Erziehungsverein verbindet Gottes Botschaft mit einem bunten Markt, leckeren Speisen und zahlreichen Aktionen.

„Weiter fördern – Schätze heben“- so lautete das Thema des 173. Jahresfestes des Neukirchener Erziehungsvereins mit vielen bunten Aktionen auf dem Gelände an der Heckrathstraße. Das Motto passe zum Erziehungsverein mit seinem diakonischen Auftrag, hilfsbedürftigen Menschen Wertschätzung zu schenken und ebenso zu Neukirchen-Vluyn als Teil einer Bergbauregion, die nach dem Ende des Steinkohleabbaus vor einem Wandel stehe.

Das betonte Nikolaus Schneider, ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, der sich freute, wieder einmal in der alten Heimat zu sein. In seiner Predigt im Festzelt erinnerte Schneider mit der Berufungsgeschichte des Mose daran, dass Gott Menschen dazu berufe, andere in die Freiheit zu führen und sie zu ertüchtigen, aufrecht zu gehen trotz erfahrener Demütigung. Diese Berufung sei aber schwer, der Weg oft steinig und gehe einher mit Selbstzweifeln und Rückschlägen. Gott habe versprochen mitzugehen, jedoch losgehen und anpacken müssten wir schon selbst. Und so war der Gottesdienst auch begleitet von dem Wunsch nach Stärkung im Alltag mit den Kindern, Jugendlichen, alten und behinderten Menschen.

Zeitgleich fand ein Familien- und Kindergottesdienst statt, der traditionell von den Schülern des Berufskollegs und ihrer Lehrerin Hannelore Schnapp vorbereitet worden war. Auch hier wurde das Motto in der doppelten Bedeutung ausgelegt: Es ging auf eine spannende Zeitreise in die Anfänge des Bergbaus. In den vielfältigen Angeboten, die alle Häuser und Bereiche des Vereins vorbereitet hatten, fanden sich immer wieder Anklänge an die Bergbautradition: So starteten Kinder in den Spieleparcours der „Erlebniswelt“ am Andreas-Bräm-Haus mit einem „Kohlelauf“, bei dem, angetan mit Pütthemd und Original-Helm, eine Stück Kohle auf einem Löffel ins Ziel gebracht werden musste.

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Ein paar Meter weiter lockten im „Bräm-Restaurant“ lokale Spezialitäten wie der „Ruhrpott-Teller“: Pommes rot/weiß mit Curry-Wurst. Auch auf dem Dorfplatz des Kinderdorfes gab neben vielen Köstlichkeiten und Kreativ-Angeboten eine interessante Mischung zwischen Torwandschießen und Dosenwerfen: In einem mit alten Petroleumlampen begrenzten Bereich mussten als „Kohlefässer“ deklarierte alte Dosen umgekickt werden.

Am Nachmittag konnten Jugendliche wieder ihr Showtalent auf der Bühne sowie ihr Fußballtalent beim Fußballturnier unter Beweis stellen. Zahlreiche Besucher tummelten sich bei herrlichem Wetter auch auf dem Marktplatz, der diesmal als einladender Treffpunkt vor dem Festzelt errichtet worden war. Hier zeigten die Mädchen von Haus Elim, was alles in ihnen steckt: Jasmin lockte als „Promoterin“ zu ihrem Stand, an dem Mary geschickt Crepes zubereitete, Ronja von ihren Fähigkeiten als Visagistin überzeugte und Natascha eine große Anzahl an selbstgeknüpften Armbändern anbot. Sie hatten einen Trödelstand vorbereitet, um in den Gruppen Platz zu schaffen und in kreativen Workshops bunte Stofftaschen, Schlüsselanhänger und Pudelmützen hergestellt. Viele Schätze also, die an diesem Jahresfest ans Licht kamen und hoffentlich weiterhin gefördert und gehoben werden.