Volksfest in Neukirchen-Vluyn Das ist neu auf der Klompenkirmes

Neukirchen-Vluyn · Noch bis Montag dauert der Rummel entlang der Niederrheinallee. Preise, Fahrgeschäfte, Sicherheitsdienst: Was sagen die Besucher zum diesjährigen Volksfest? Unsere Redaktion hat sich umgehört.

Klompenkirmes 2024 in Neukirchen-Vluyn: Die schönsten Bilde vom Volksfest ​
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Die schönsten Bilder vom Volksfest

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Foto: Rüdiger Bechhaus

Eine Pfingstkirmes gibt es in vielen Städten, eine Klompenkirmes kann man dagegen nur in Neukirchen-Vluyn erleben. So auch in diesem Jahr. An insgesamt vier Tagen, genauer gesagt von Freitag bis Montag, konnten Besucher an der Pastoralstraße, entlang der Niederrheinallee zwischen Kulturhalle und Kreisel, sowie auf dem Leineweberplatz wieder den Duft von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln einatmen, sich in rasanten Fahrgeschäften durch die Luft wirbeln lassen und an zahlreichen Essens- und Getränkeständen süße und deftige Gaumenfreuden genießen.

Dabei schien es Petrus beim großen Faßanstich am Freitag mit den Neukirchen-Vluyner Kirmesfans zunächst nicht so richtig gut zu meinen. Doch am Samstag hatte er sich offenbar besonnen und ließ nach anfänglich noch ein paar dunklen Wolken immer häufiger die Sonne scheinen. Das freute sowohl die Besucher, besonders aber die Schausteller.

Letztere mussten nämlich in diesem Jahr eine zehn bis 30-prozentige Erhöhung ihrer Standgebühren verkraften. Der Grund dafür lag nicht nur in der allgemeinen Verteuerung zum Beispiel der Strom- und Verwaltungskosten, sondern auch an einem erhöhten Aufgebot an Sicherheitskräften.

Auf der letztjährigen Klompenkirmes hatte eine Gruppe Jugendlicher an einem der Kirmesabende eine ungewöhnlich aggressive Schlacht mit der örtlichen Polizei angezettelt. Das wollte man in diesem Jahr nicht noch einmal erleben und hatte deswegen in diesem Jahr eine verstärkte Sicherheitstruppe aus Mitarbeitern des städtischen Ordnungsamtes, eines professionellen Sicherheitsdienstes und der örtlichen Polizei zusammengestellt. Das, so erklärte der Leiter des Neukirchen-Vluner Ordnungsamtes, sei jedoch nicht der einzige Grund für die Erhöhung der Standgebühren gewesen: „Die waren jetzt zehn Jahr lang stabil, und mussten sowieso langsam erhöht werden.“

All das verstanden die Schausteller zwar, waren damit aber trotzdem stellenweise in Schwierigkeiten. „Ich habe bis jetzt drei Euro pro Fahrt für eine Fahrt verlangt“, erklärte Steffi Senk am Kinderkarussell auf der Pastoralstraße. Bei 3,50 Euro kommen die Leute nicht mehr. Andererseits meinte sie jedoch auch: „Aber ohne den Sicherheitsdienst kommen sie auch nicht.“

Einige am Samstag auf dieses Dilemma angesprochene Besucher stimmten dem ebenfalls zu, fanden aber vor allem die Karussellpreise dennoch „inzwischen ziemlich happig“. „Mein Sohn verschweigt seinen drei Kindern oft, dass irgendwo in der Nähe eine Kirmes ist, weil er einen Familienbesuch dort einfach nicht mehr bezahlen kann“, erklärte Bärbel G.

Die zehnjährige Millina und ihr jüngerer Bruder Maximilian hatten dagegen mehr Glück, Sie bekamen von ihrer Oma am Entenangelstand gleich eine Zehnerkarte geschenkt und konnten damit am Ende tatsächlich zwei Gewinne einheimsen. Währenddessen entlockte gleich nebenan, vorm Eingang zur Kulturhalle, eine breite, sich heftig nach rechts und links, oben und unten bewegende Sitzzeile, den darin befindlichen, überwiegend jungen Leuten heftig schrille Schreie.

Etwas leiser leiser ging es dagegen an der „Raupe“ zu. Früher waren die dort auf eine berg-und talförmigen Fahrt befindlichen Gondeln ein beliebter Treffpunkt für verliebte Teenager, wurden die Gondeln doch zwischendurch zeitweise mit einem Baldachin überdacht, der heimliche Küsse darunter möglich machte. „Ach, schade. Das ist heute offenbar nicht mehr der Fall. Jetzt gibt es nur noch Rauchschwaden“, bedauerte Jürgen Höhne. Er und seine Frau Brigitte hatten sich einst in solch einer Raupe „näher kennengelernt“ hingen beim Anblick der „neuen Rauchraupe“ dennoch nostalgischen Erinnerungen nach.

Ähnlich erging es wohl auch den Benutzern des am Ende der Kirmeszeile kurz vor dem Kreisel an der Rheinallee befindlichen Auto-Scooters. Wie die Raupe ist auch er ein unverwünstliches Relikt einer alten Kirmestradition, und war an diessem Nachmittag zurecht entprechend lebhaft besucht.

Vier Tage lang lockt der Rummel entlang der Niederrheinallee – zwischen Kulturhalle und Kreisel – Besucher nach Neuirchen-Vluyn.

Vier Tage lang lockt der Rummel entlang der Niederrheinallee – zwischen Kulturhalle und Kreisel – Besucher nach Neuirchen-Vluyn.

Foto: Rüdiger Bechhaus

Neu auf der traditionellen Neukirchen-Vluyner Klompenkirmes waren dagegen in diesem Jahr eine Häufung von automatisierten Greiferstationen für diverse Plüschtiere, eine neue, mit einer Schokosoße übergossene Abwandlung aus der bekannten Süßigkeit „Kinderpingui“ und ein an den Losbuden besonders begehrtes buntes Plüsch-Lama.

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