Neukirchen-Vluyn: Unruhe wegen geplanter Kanalsanierung

Neukirchen-Vluyn : Unruhe wegen geplanter Kanalsanierung

FDP-Sprecher Hans Hanßen: Anlieger im Dorf Neukirchen wünschen sich bessere Informationen durch die Stadt.

Hans Hanßen wohnt an der Hochstraße im Dorf Neukirchen. Als Nachbar und FDP-Politiker ist er in jüngster Zeit öfters von Anliegern angesprochen worden. Denn die Bürger wissen zwar, dass in absehbarer Zeit eine buchstäblich tiefgreifende Kanalsanierung in ihrer Straße stattfindet, sie wissen aber nicht, wie teuer das für sie persönlich wird, was genau getan wird und wie lange es dauern wird.

Das sorge für Unruhe, sagt Hanßen, der vor kurzem zum Sprecher des Ortsvereins gewählt wurde. Übrigens sorge man sich nicht nur in der Hochstraße, sondern auch den Anliegerstraßen Amselweg, Drosselweg, Finkenstraße und Kirchfuhrweg.

"Aus diesem Grund möchte die gemeinsame Fraktion aus FDP und Piraten für die kommende Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses einen Antrag stellen", berichtet er. In dem soll eine umfassende Bürgerinformation gefordert werden.

Die meisten Sorgen machen den Leuten vor Ort die Anliegerbeiträge, die laut dem Kommunalen Abgabegesetz kassiert werden müssen. Hanßen und seine fünf Miteigentümer im Hause haben schon einmal zusammengerechnet, was auf sie zukommen könnte. "Das wären so 2000 bis 3000 Euro", meint er. Tröstlich für die Leute vor Ort sei immerhin, dass die RAG wegen möglicher Bergschäden einen Teil der Sanierungen mitbezahlt.

Den Geschäftsleute im Dorf macht noch ein weiterer Punkt Sorgen. Wenn die Läden wegen der Baustellen nicht mehr erreichbar sind, könnte das Kunden abschrecken. "Wenn da gebuddelt wird, ist es ja schwieriger, zu den Geschäften zu gelangen", sagt Hans Hanßen. Alarm geschlagen hatten betroffene Geschäftsleute und Freiberufler bereits wegen der Baustellen, die in den vergangenen Monaten rings um das Dorf manche Zufahrt behinderten. Wenn die ganze Straße eine einzige Baustelle ist, dürfte das Problem nicht eben geringer sein.

"Derzeit finden Sanierungsarbeiten an der Mozartstraße statt", teilt Hanßen mit. Wird die Baustelle, wie teilweise behauptet wird, bereits im November in die Hochstraße vorstoßen? Frank Grusen, Sprecher der Stadtverwaltung, kann die Bürger in diesem Punkt beruhigen. "Die Sanierung der Hochstraße wird erst Anfang 2016 beginnen." Allerdings werde die aktuelle Baustelle an der Mozartstraße aus technischen Gründen noch drei bis vier Meter in die Hochstraße ausgeweitet - mehr ist vorerst nicht geplant.

Grusen verspricht: "Wir werden frühzeitig alle Anlieger informieren und die Maßnahmen mit möglichst großer Bürgerbeteiligung durchführen." Bedenken sollten die Kritiker, dass der genannte Bereich "schon Teil des integrierten Handlungskonzeptes ist, in dem bereits eine Vielzahl von Maßnahmen beschrieben wird."

Dieses Konzept, kurz IHK genannt, ist sozusagen der Masterplan, wie das Dorf Neukirchen auch künftig attraktiv für Kunden bleiben soll. Das wichtigste Vorhaben dabei ist die Ansiedlung eines Nahversorgers, voraussichtlich auf einem Teil des Geländes, das dem Neukirchener Erziehungsverein südlich des Dorfkerns gehört.

(RP)
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