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Neukirchen-Vluyn/Krefeld: Unitymedia-Chaos: Fachhändler bekommt 1500 Anrufe von Kunden

Neukirchen-Vluyn/Krefeld : Unitymedia-Chaos: Fachhändler bekommt 1500 Anrufe von Kunden

Der Frust über die Pannen bei der Kabelumstellung landet vor allem bei Einzelhändlern wie Stefan Klinkhammer und seinen Mitarbeitern.

Die vergangene Woche wird Stefan Klinkhammer so rasch nicht vergessen. Der Fernseh- und Informationstechniker ist Inhaber zweier Fachgeschäfte, eines in Krefeld, das andere, Elektro Leinung, in Neukirchen. Die "Chaoswochen" begannen am vergangenen Dienstag. In der Nacht zuvor hatte das Unternehmen Unitymedia sein Kabelfernsehnetz umgestellt. Vom "Change Day" war die Rede (zu deutsch: Tag des Wechsels). Doch dieser "Change" fiel bei vielen Kunden anders aus als erwartet. Sender konnten nicht mehr empfangen werden.

Klinkhammer und seine acht Mitarbeiter traf am nächsten Morgen der Kundenfrust mit voller Wucht. Das Telefon stand nicht mehr still. "Genau waren es gut über 1500 eingehende Anrufe", berichtet der Inhaber. Bereits am ersten Tag der Pannen seien mehr als 200 Aufträge eingegangen. "Damit wuchs nicht nur die Wartezeit auf Kundendienst, sondern auch der Groll gegen Unitymedia". Und das zu Recht, meint er, denn die Kommunikation des Unternehmens sei unzureichend gewesen.

Er berichtet weiter: "Gegen Donnerstagabend - inzwischen hatten wir zirka 600 geschriebene Aufträge und noch zirka - Achtung! - 400 Nachrichten auf dem Anrufebeantworter, kam die Nachricht, es würde in der Nacht auf Freitag noch eine Änderung durchgeführt." Für ihn und sein Team sei das ein Schlag ins Gesicht gewesen, denn das Neueinstellen von rund 150 Geräten in den vergangenen Tagen war damit wieder für die Katz. Am Freitagmorgen liefen bei Radio Leinung an der Lindenstraße wieder die Telefone heiß - nun konnten viele Kunden kein RTL, kein Sat 1, kein Pro7 mehr sehen. Die Flut der Aufträge sei "schier übermächtig". Bis zu zwei Wochen werde es dauern, bis dieser Berg von Arbeit geschafft ist.

Die Umstellung des Kabelnetzes sei zwar gerechtfertigt, meint Stefan Klinkhammer, doch hätte das Ganze besser organisiert werden müssen. "Schließlich ist es nicht neu, dass es in Ballungszentren und anderen Gebieten bereits seit Jahren DAB+ Störungen auf dem zunächst gewählten ,Unglückskanal' 5 (178 Mhz) gibt. Dann ausgerechnet alle wichtigen privaten Sender dort zu platzieren, ist schon unüberlegt."

Helge Buchheister, Pressesprecher bei Unitymedia, betont, das Unternehmen habe auf vielen Wegen die Senderneuordnung im Vorfeld kommuniziert. Auch die Fachverbände und Fachhändler seien informiert worden. "Allerdings besteht zugegebenermaßen zu vielen Fachhändlern kein direkter Kontakt. Wir beabsichtigen, dies in Zukunft zu ändern, um sie künftig direkt über Änderungen im Kabelnetz zu informieren. Wir bedauern die aktuelle Situation sehr."

(s-g)