Umweltschutz in Rheurdt:Naturmarktgewinn soll Zeidlerbaum finanzieren.

Umweltschutz in Rheurdt : Naturmarktgewinn soll in einen Zeidlerbaum investiert werden

Die Herbstausgabe des Marktes kam erstmals ohne Einweggeschirr aus. Der Gewinn wäre höher gewesen, wenn am Sonntag nicht dauernd geregnet hätte.

Pappteller, Plastikbecher oder Plastikbesteck waren auf den Naturmärkten in Schaephuysen selten zu finden. Beim sechsten Naturmarkt verzichteten Aussteller und Vereine komplett auf Einweggeschirr und Plastikverpackung – als Vorreiter am Niederrhein. „Wir haben einfach die Aussteller angeschrieben“, sagte Frank Hoffmann als Schriftführer des Vereins für Artenvielfalt, der seit Anfang 2019 die Naturmärkte organisiert. „Wir haben gebeten, auf Mehrweggeschirr zu setzen. Alle haben sich daran gehalten.“

Der „Verein zur Förderung der Artenvielfalt und des Umweltschutzes Schaephuysen e.V.“, wie er vollständig heißt, will auch bei einem Projekt, das aus dem Gewinn des Marktes finanziert wird, einen innovativen Weg gehen. „Wir denken über einen Baum für die Zeidlerei nach“, berichtet Frank Peifer-Weiß als stellvertretender Vorsitzender.

Die Zeidlerei ist die Imkerei des Mittelalters, bei der die Zeidler Höhlen in gesunde Bäume, vor allem Eichen und Lärchen, schlugen, um dort Waldbienen anzusiedeln. Sie überließen diese Bienen der Natur, ernteten einmal im Jahr Honig und Wachs. Heute setzten die Imker auf Stämme von abgestorbenen Bäumen, wie im Botanischen Garten in Frankfurt, wo sich im Herbst 2016 ein stehender Buchenstamm in eine der ersten großen Zeidlerbäume Deutschlands verwandelte. Ein großer Zeidlerbaum in Schaephuysen würde wahrscheinlich der erste am Niederrhein sein.

Neben einem Zeidlerbaum will der Verein für Artenvielfalt 2020 Blühwiesen anlegen und Insektenhotels aufstellen, nachdem der Gewinn aus dem Jahr 2017 in eine Streuobstwiese gegenüber der alten Molkerei geflossen war und 2018 die Naturmärkte ausgefallen waren. „Wir wollen die Insektenhotels selbst bauen“, berichtete Frank Peifer-Weiß. Dabei dürfte der Gewinn bei der Herbstausgabe des Naturmarktes erheblich kleiner gewesen sein als bei der Frühjahrsausgabe. Während am ersten Sonntag im April gutes Wetter geherrscht hatte, regnete es am ersten Sonntag im Oktober ununterbrochen.

So wurde der Erntedankgottesdienst nicht auf dem Markt- und Festplatz gefeiert, sondern in die Hubertuskirche verlegt. Außerdem waren weniger Besucher unterwegs, um sich an 45 Ständen unter dem Motto „Genuss, Handwerk, Kunst“ Lebensmittel aus der Region oder Kunsthandwerkliches zu kaufen. Ein Drittel davon waren zum ersten Mal dabei, zum Beispiel Adelheid Thillosen aus Rheurdt mit besonderen Spruch-Karten oder Ines Driessen aus Goch mit selbst gemachten Likören.

Mehr von RP ONLINE