Neukirchen-Vluyn: Treff 55 zieht um - mit ein bisschen Wehmut

Neukirchen-Vluyn: Treff 55 zieht um - mit ein bisschen Wehmut

Das Beratungsbüro am Vluyner Nordring zieht Ende Juni in neue Räume am Vluyner Platz. "Wir bedanken uns bei den Menschen hier für 25 Jahre Nachbarschaft", sagt die Leiterin Anneke van der Veen.

Eigentlich wollten die Mitarbeiter des "Treff 55" in Vluyn in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen ihrer Einrichtung feiern. "Doch in den vergangenen Monaten ist so viel passiert, dass wir das erst einmal aufschieben mussten", sagt Anneke van der Veen, die Leiterin des Stadtteilbüros, das nach der Hausnummer Vluyner Nordring 55 benannt ist. Dort, in den so genannten Nau-Häusern, ging es zuletzt Schlag auf Schlag: erst die massenweise Kündigung von Wohnungen - auch die des "Treffs 55" - und dann der rasche Eigentümerwechsel mit vielen Unsicherheiten und offenen Fragen der Bewohner am Nordring und im Vluyner Süden.

Um all dies haben sich die Berater des Treffs gekümmert, und natürlich mussten sie auch Ausschau nach einem neuen Standort halten. Gefunden haben sie ihn im Haus Vluyner Platz 18a. "Die Räume sind optimal und auch weiterhin gut erreichbar", sagt van der Veen. "Die Fläche ist etwa die gleiche." Der Umzug wird Ende Juni sein, ab dem 1. Juli stehen die rund 20 Mitarbeiter dann wieder für Beratungsgespräche zur Verfügung.

In den vergangenen Jahren hatten sie in den Räumen am Vluyner Nordring häufiger Probleme wie eine ausgefallene Heizung, die vorübergehend den Betrieb lahm legte. Trotzdem empfindet Anneke van der Veen nach all den Jahren dort ein wenig Wehmut, wenn es nun an einen anderen Ort geht. Mögen die Nau-Häuser auch zuletzt oft negativ in die Schlagzeilen gekommen sein, im jahrelangen Zusammensein mit den Menschen im Viertel sind Freundschaften entstanden. "Wir bedanken uns für 25 Jahre Nachbarschaft", sagt die Leiterin. Geplant ist, im Rahmen des Nachbarschaftstages in Neukirchen-Vluyn am 6. Juni eine Abschiedsfeier zu geben und dabei Flyer zu verteilen, die über den neuen Standort informieren.

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Der "Treff 55" hat ein umfangreiches Angebot, das von der Hausaufgabenhilfe über die Sozial- und Schuldnerberatung sowie die Drogenberatung bis zur Wohnungs- und Flüchtlingshilfe reicht. "Allein in der Sozialberatung haben wir im vergangenen Jahr rund 170 Fälle gehabt", gibt van der Veen einen Eindruck vom Umfang der Tätigkeit. In den vergangenen Monaten seien natürlich viele Mieter der Nau-Häuser gekommen und hätten Rat gesucht. Auch einen Mittagstisch gibt es, der wird künftig in den Räumen des Jugendzentrums P 23 in Vluyn stattfinden.

Hat die Leiterin den Eindruck, dass die sozialen Probleme in Deutschland wachsen? Anneke van der Veen überlegt kurz: "Es gibt bei der Zahl der Fälle, die wir bearbeiten, Schwankungen. Aber die Probleme der Menschen sind vielfältiger geworden. Der klassische Klient mit einem bestimmten Anliegen, den gibt es kaum noch. Fast immer haben die Menschen mehrere Probleme, sie rutschen heute rascher in solche Situationen hinein." Die Ratsuchenden, da ist sie sicher, werden ihr und ihren Mitarbeitern auch an dem neuen Standort nicht ausgehen.

(RP)
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