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Tiergerechtes Vereinsleben auf dem Pappelhof

„Mensch und Pferd aktiv“ : Der etwas andere Reitverein

Der Verein „Mensch und Pferd aktiv“ ist auf dem Rheurdter Pappelhof ansässig. Die rund 20 Mitglieder führen mit ihren Pferden ein tiergerechtes wie abwechslungsreiches Vereinsleben.

An der Stadtgrenze zu Kamp-Lintfort und Moers liegt auf Rheurdter Gemeindegebiet der Pappelhof. Auf dem idyllisch gelegenen Anwesen, Luftlinie zur Geldernschen Straße, ist der Verein „Mensch und Pferd aktiv“ beheimatet – es gibt ihn noch nicht sehr lange. Die Vereinsgründung erfolgte im März 2018. Rund 20 Mitglieder treffen sich auf dem Hof, um mit ihren Pferden die Freizeit zu verbringen, um zu arbeiten und zu trainieren.

„Wir sind der etwas andere Reitverein“, so beschreiben die Vorstandsmitglieder Gregor Schmaus, Kirstin Prinz-Krause, Guido Krause und Jasmine Kühn die Ausrichtung ihres Vereins. „Uns geht es einerseits um das Pferdewohl, andererseits um die pferdegerechte Haltung und abwechslungsreiche Aktivitäten mit unseren Tieren“, sagt Schmaus.

Aus den unterschiedlichsten Richtungen des Reitsports kommen die Mitglieder mit ihren Pferden wie der Freizeit- und Westernreiterei oder der englischen Reitweise. Den Partner Pferd mit immer neuen Situationen neugierig halten, ist dabei eine Ausrichtung des Vereins. In diesem Jahr sollte beispielsweise Ende August beim mittelalterlich angehauchten Hügelfest „Gaudium op de Scaep“, die vereinseigene Showgruppe Casalla unter dem Motto „Feuer, Pferde, Karacho“ auftreten. Das Fest auf dem Gelände unterhalb vom Michaelturm wurde – wie so viele Veranstaltungen in dieser Zeit – Corona-bedingt abgesagt.

„Im vergangenen Jahr haben wir in Voerde in mittelalterlicher Gewandung an den Kinderferientagen im Jugendzeltlager teilgenommen. Wir arbeiten an ganz verschiedenen Themen, sind bei Hochzeiten oder Geburtstagen mit verschiedenen Showelementen dabei“, sagt Kirstin Prinz-Krause. Zu anderen öffentlichen Auftritten mit und ohne Pferd gehörte in der Vergangenheit ein Walkact im barocken Outfit am Bottroper Schloss Beck. In Eversael beim Sommerfest der Bogenschützen waren Mitglieder des Rheurdter Pferdevereins ebenfalls mit von der Partie. Dort demonstrierten sie, wie sie auf dem Rücken eines Pferdes mit Pfeil und Bogen hantieren.

Als absolutes Highlights gilt die Teilnahme an der Ruhrtriennale, dem internationalen Kunstfestival. Bei der Inszenierung der Oper „Neither“ sorgte Wallach „Senor Santos“ für das lebendige Szenenbild auf der perfekt, im Blauton ausgeleuchteten Bühne. „Pferde bestehen solche Situationen, weil wir sie trainieren. Sie sind sehr wissbegierig und zugleich neugierig“, so Stuntreiter Schmaus, der aus der Showreiter-Szene kommt.

Zu den publikumswirksamen Elementen gehört unter anderem der Schwert- und Bodenkampf wie auch die Elemente Licht und Feuer, die über spezielle Feuerseminare mit Profis trainiert werden. Das so genannte Gelassenheitstraining mit Flatterband und plötzlich auftretenden Elementen macht sich bemerkbar. „Das ist jedoch nicht unser Verein in seiner Gesamtheit, sondern nur eine Untergruppierung, die sich ganz nach Interesse der Mitglieder und ihrer Pferde aufstellt“, sagt Schmaus.

Dem Verein geht es um die Einheit von Pferd und Mensch, um ein vertrauensvolles Miteinander, um Tierschutz und Charaktertraining sowohl für Mensch als auch Tier. Dazu gehören Ausritte samt Lagerromantik. „Wir leben solche Momente mit unseren Pferden“, sagt Jasmine Kühn.

Dass Pferde in diesem entschleunigten Umfeld aufblühen, hat Wallach Valentino gezeigt. Der Achtjährige kam in diesem Jahr aus schlechter Haltung zum Verein, hat mittlerweile an Gewicht zugelegt und fühlt sich in der Herde sichtlich wohl.