Studenten vermitteln Neukirchen-Vluyner Schülern digitale Inhalte

Friedensreich-Hundertwasser-Schule : Hochschüler vermitteln digitale Inhalte

Studierende der Hochschule Rhein-Waal besuchten die Friedensreich-Hundertwasser-Schule in Neukirchen-Vluyn.

Wie funktioniert das Internet? Was ist ein Server oder ein Computervirus? Was kann man gegen Online-Mobbing tun? Wie denkt man sich ein sicheres Passwort aus? Wie arbeitet das WLAN-Netzwerk zuhause? Wie erkennt man Betrug im Internet? All das sind Fragen, die Kinder heutzutage umtreiben. Die Antworten darauf kommen in den Schulen aber häufig zu kurz. Um dem abzuhelfen, entwickeln Studierende des Studiengangs Psychologie (Arbeits- und Organisationspsychologie) sowie der Studiengänge Medieninformatik und Verwaltungsinformatik -
E-Government im Rahmen eines interdisziplinären Studierendenprojekts unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. Ulrich Greveler, Professor für Angewandte Informatik, insbesondere IT-Sicherheit, die technischen Grundlagen der Informatik, bedarfsgerechte Materialien zu Informatik-Inhalten für Kinder im vierten und fünften Schuljahr. Dafür angeschrieben wurden die Schulen in der Umgebung. Die Nachfrage war groß.

Im Verlauf des Wintersemesters 2019/2020 werden die Studierenden mehrere Grundschulen und weiterführende Schulen besuchen und persönlich entsprechende Unterrichtseinheiten in den jeweiligen Klassen durchführen. In einer späteren Fortführung des Projekts soll Klassen oder interessierten Gruppen der Schulen angeboten werden, für die kindgerechte Vermittlung von Informatik-Inhalten auch zur Hochschule selbst kommen zu können. Gestartet ist das Projekt jetzt mit dem Besuch der Studierenden an der Friedensreich-Hundertwasserschule in Neukirchen-Vluyn. Dabei wurden drei 90-Minuten-Einheiten in verschiedenen Klassen gelehrt. Es zeigte sich, dass die meisten Schülerinnen und Schüler bereits Berührungspunkte zum Internet und zu digitaler Kommunikation haben. Viele von ihnen besitzen ein eigenes Handy, beschäftigen sich mit Online-Spielen und kommunizieren auch schon über Messenger wie WhatsApp oder Facebook. Wie die Technik jedoch funktioniert und wie man sich vor unerwünschten Kontaktversuchen insbesondere von Fremden schützen kann, war jedoch weitgehend unbekannt. Vor allem hier setzen die Studierenden mit ihren Inhalten an.

„Die Schülerinnen und Schüler profitieren vom Engagement der Studierenden, die Informatik-Wissen an sehr junge Menschen weitergeben möchten. Wenn die Kinder später in der Ausbildung und im Studium ankommen, wird erwartet, dass sie sich in der digitalen Welt auskennen. Mit der Vermittlung von digitalen Themen fängt man am besten schon in der Grundschule an“, so Greveler.

Hinter der Geschichte steckt auch der Kabinettsbeschluss des Landes Nordrhein-Westfalen vom 19. November 2019, das Fach Informatik für Grundschulen und weiterführende Schulen ab dem Schuljahr 2021/22 einzuführen. Derzeit fehlen jedoch Informatiklehrkräfte und entsprechende Weiterbildungen für Grundschullehrkräfte. Mit dem Besuch der Studierenden an den Schulen und der kostenlosen Bereitstellung von Lehrmaterialien soll die derzeit unbefriedigende Situation der digitalen Grundbildung von Schülerinnen und Schülern im Hinblick auf eine digitalisierte Gesellschaft verbessert werden.

(RP)