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Neukirchen-Vluyn: Streunerkatzen: Grüne fordern Chip-Pflicht

Neukirchen-Vluyn : Streunerkatzen: Grüne fordern Chip-Pflicht

Karin Fetzer aus Rayen ist grünes Fraktionsmitglied in Neukirchen-Vluyn. In einem Brief an NRW-Umweltminister Remmel setzt sie sich für eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für Katzen ein.

Seit Wochen gibt es Kritik von Jägern an der geplanten Novellierung des Jagdgesetzes in NRW. Der wohl umstrittenste Punkt ist das künftige Verbot, streunende Katzen abzuschießen. Die Jäger befürchten, dass sich die Vierbeiner unkontrolliert vermehren, mit Folgen für Vögel und andere Tierpopulationen.

 Johannes Remmel (Grüne), NRW-Umweltminister.
Johannes Remmel (Grüne), NRW-Umweltminister. Foto: archiv

Karin Fetzer, Mitglied der Grünen-Fraktion in Neukirchen-Vluyn, hält eine andere Methode für vielversprechender. Sie und ihre Mitstreiter favorisieren eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für Katzen. In einem Brief an NRW-Umweltminister Johannes Remmel, ebenfalls Grünen-Mitglied, hat sie sich dafür eingesetzt: "In NRW gibt es inzwischen über 70 Kommunen, die eine Kastrations- und Kennzeichnungsverordnung für Katzen eingeführt haben", heißt es in dem Brief. "Im Kreis Wesel hat sich leider bisher keine Stadt oder Gemeinde dieses Themas angenommen. Wäre es nicht jetzt an der Zeit, das Thema Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht zu thematisieren und entsprechende Projekte [...] zu initiieren?"

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Der Umweltminister Remmel schickte seiner Parteifreundin eine Antwort. Darin stellt er klar, dass er beim Thema Abschuss von Katzen hart bleiben will: "Es entspricht meiner Überzeugung, dass es nicht zum Tätigkeitsfeld der Jägerschaft zählen kann, Haustiere zu töten, auch dann nicht, wenn diese umherstreunen." Das Chippen der Katzen sowie die Kastration seien "Mittel der Wahl", meint auch Remmel. "Ich möchte Sie ausdrücklich dazu ermutigen, auf kommunaler Ebene auch für den Kreis Wesel zu derartigen Regelungen zu kommen."

Die Fraktion von Bündnis 90/Grünen in Neukirchen-Vluyn hatte bereits in den vergangenen Jahren Öffentlichkeitsarbeit zu diesem thema gemacht, etwa in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein Moers und dem Verein "Vier Pfoten" aus Hamburg. Die Materialien für die Infostände hatten die Mitglieder in Eigenregie hergestellt, denn einschlägige Broschüren oder Flyer der Landes- oder Bundeszentrale der Grünen standen nicht zur Verfügung.

"Die einzelnen Kommunen können diese Regelung einführen und bei Zuwiderhandlung auch Bußgelder verhängen", erklärt Karin Fetzer. Betroffen seien Freigänger-Katzen, die die Geschlechtsreife erreichen würden. "Es gibt allerdings Ausnahmen für Züchter." Wer verwilderte Katzen anfüttert, sollte wissen, dass er damit die Verantwortung für die Tiere übernimmt - unter Umständen auch für das Chippen und die Kastration.

(RP)