Nest am Reitplatz : Storchenpaar besucht Rheurdt

Die Störche sind nach Rheurdt zurückgekehrt! Oder doch nicht? Jedenfalls wurden zwei der Vögel im Ökodorf gesichtet. Sie hätten sich am Montag im Nest auf dem Reitplatz niedergelassen, berichtete Anwohner Robert Peerenboom.

Am Dienstag zogen die beiden Störche ihre Flugrunden und sorgten für staunende Blicke und zahlreiche gezückte Handys, mit denen fleißig Fotos gemacht wurden.

Der Rheurdter Naturschutzwächter Ulrich Bongartz konnte wenig später allerdings keinen Hinweis mehr darauf entdecken, dass die beiden Störche längere Zeit in Rheurdt verweilen wollten. Er untersuchte sowohl das Nest auf dem Reitplatz, das der Reit- und Fahrverein samt einiger Storch-Plastikfiguren vor einigen Jahren „aus Jux“ auf einem Hindernis platziert hatte, als auch ein weiteres „richtiges“ Nest, das er selbst mit Nabu-Mitglieder ein Stück entfernt auf einem Mast eingerichtet hatte. In beiden Nestern fand Bongartz keine frischen Storchenspuren.

„Möglicherweise handelte es sich rumvagabundierende Vögel, die hier nur kurz Halt gemacht haben“. sagte der Experte. Dass zwei Störche zu dieser Zeit ein Nest neu besetzen, hielt er auch für eher unwahrscheinlich. „Die Brutsaison hat schon längst begonnen. Man wartet schon auf die Jungstörche.“

Zuletzt hatte vor zwei Jahren ein Storchen-Paar längere Zeit in Rheurdt gelebt und sich rund um den renaturierten Landwehrbach allem Anschein nach sehr wohl gefühlt. Auch im Jahr davor waren zwei Störche im Ökodorf gewesen – gut möglich, dass es sich um dieselben gehandelt hatte. In Rheurdt hatte es die Hoffnung auf Storchennachwuchs gegeben. Doch daraus wurde nichts. Im Nest am Reitplatz fanden Naturschützer damals – nachdem die Vögel wieder abgezogen waren – zwei unbefruchtete Eier. „Es waren sehr junge Störche“, sagte Bongartz. „Wenn es ältere, erfahrene Störche gewesen wären, die aus ihren Stammnest vertrieben wurden, dann hätten sie die Brut wohl durchgezogen.“

 „Storchenalarm“ hatte es schon im Januar in Schaephuysen gegeben. Dort war Störchin „Luzie“ zum wiederholten Mal auf Stippvisite. Sie besucht das Dorf seit Jahren immer wieder am Anfang des Jahres. „Sie weiß offensichtlich, dass sie dort ihr Winterfutter bekommt“, sagte Bongartz. Luzie ist inzwischen längst wieder abgezogen. Sie soll, wie ihrem Ring zu entnehmen ist, eigentlich im Raum Nettetal „zu Hause“ sein.