Stadtjugendring Neukirchen-Vluyn organisiert Entdecker-Touren für Kinder und Jugendliche.

Stadtjugendring Neukirchen-Vluyn organisiert Entdecker-Touren : Nachtwächterführung bis auf die Kanzel

Stadtjugendring bietet eine Entdecker-Tour für Kinder und Jugendliche mit zehn Stationen an. Weitere Termine geplant.

Der Stadtjugendring will Kindern und Jugendlichen die dunkle Jahreszeit mit bunten Mitmachaktionen verkürzen. So fanden jetzt zwei Nachtwächterführungen unter der Leitung von Nachtwächter Peter Pechmann, Stadtführerin Heide Schmitt und Stadtjugendringmitglied Karl Kube statt.

Das Besondere an diesen Führungen: Im Gegensatz zu den sonst üblichen Nachtwächterführungen waren diese zwei Wanderungen durch den Ortskern mit dem Siegel „kids only“ belegt. „Unsere Nachtwächterführungen sind eigentlich nur für Erwachsene. Deshalb haben uns viele Anfragen erreicht, ob wir denn nicht mal eine Kinderführung organisieren könnten. Und dem sind wir gerne nachgekommen“, erklärt der zweite Vorsitzende des Stadtjuigendrings Dieter Kräher.

Zusammen mit dem altbewährten Team, bestehend aus Peter Pechmann und Heide Schmitt, wurden zwei Wanderungen angeboten, von denen eine kindgerecht und die andere für Jugendliche geeignet ist. „Bei unseren Führungen verwöhnen wir unsere Teilnehmer ja immer mit besonderen Leckerbissen, sowohl von kulinarischer als auch informativer Art. Aber bei den jüngeren muss man darauf achten, dass das Ganze erlebbarer wird“, sagte Neukirchens Stadtführerin bewusst. „Wir haben uns deshalb für das Thema Handwerk entschieden, weil es so greifbar für die Kinder und Jugendlichen ist.“

Aus diesem Grund hatte sie auch einen Bollerwagen mitgebracht, indem lauter Utensilien zu finden waren - aber auch der ein oder andere Snack. Die zehn Stationen der beiden Führungen führten die Gruppe unter anderem zur Kirche oder zum Bäcker. Aber auch alte Berufe, wie zum Beispiel die Fassbinderei oder die Schmiedekunst wurden aufgriffen. Mit geschmiedeten Nägeln oder einer, von Heide Schmitt liebevoll getauften, „Kackhose“ wurden die Geschichten von der Stadtführerin anschaulich und mit viel Charme erzählt.

Besonders greifbar war für die jungen Teilnehmer auch der Nachtwächter selbst, der mit seinem authentisch mittelalterlichen Gewand für einiges Aufsehen sorgte. Doch nicht sein Hut, sein Umhang oder die Laterne begeisterten die Kinder, vielmehr waren es das Horn und die mannshohe Hellebarde, die viele Fragen hervorriefen. Beim ersten Stopp, der Dorfkirche, erklärte Peter Pechmann deshalb, was es mit dem Beruf des Nachtwächters auf sich hatte: „Früher ist der Nachtwächter in den dunklen Straßen mit seiner Laterne umhergezogen und hat mit dem Horn vor Feuer oder anderen Gefahren gewarnt. Er war aber auch eine Art Polizist und durfte Gauner festnehmen. Dafür war die Hellebarde da.“

Ob es tatsächlich einen Nachtwächter in Neukirchen gab, ist laut dem geschichtsinteressierten und pensionierten Stadtarchivar allerdings fraglich, da es keine Belege dafür gebe. In Vluyn habe aber jemand die Kirchenbücher durchforstet und dabei eine aus dem 18. Jahrhundert stammende Sterbeurkunde von einem Herrn Herkelrath gefunden, in der der Verstorbene als „der hiesige Nachtwächter“ betitelt wurde.

Weitere Nachtwächterführungen für Kinder und Jugendliche sind geplant. Anmeldungen nimmt der Stadtjugendring unter mail@sjr-nv.de entgegen. Führungen für Erwachsene finden von Dezember bis Februar aufgeteilt auf vier Termine statt. Informationen unter Telefon 02845 391230.