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Stadt will Gebiet rund um das Schrott-Hochhaus in Neukirchen-Vluyn aufwerten

Sanierungssatzung ist in Arbeit : Stadt will Gebiet rund um das Schrott-Hochhaus aufwerten

Die Stadt erhält ein besonderes Vorverkaufsrecht für das Areal unmittelbar am leerstehenden Hochhaus Vluyner Nordring 59. Das hat der Stadtentwicklungsausschuss beschlossen. Damit soll verhindert werden, dass die Eigentümer das Hochhaus an Dritte verkaufen, bevor eine Sanierungssatzung für das Gebiet offiziell in Kraft tritt.

Seit mehreren Jahren steht das Hochhaus leer und verfällt. Ein Zwangsversteigerungstermin im September 2019 war geplatzt. Den negativen Sog, der von dem Schrott-Hochhaus in die Nachbarschaft ausgeht, will die Stadt ins Positive kehren. Das will sie mit einer Sanierungssatzung erreichen, mit der sie Zuschüsse vom Land erhalten kann. Der Ausschuss beschloss, diese Satzung auf den Weg zu bringen. Die Vorarbeiten leistet das Planungsbüro „plan-lokal“ aus Dortmund.

Das Gebiet der künftigen Sanierungssatzung liegt zwischen Sperlingsweg, Vluyner Nordring, Flohweg und Niederrheinallee. Außerdem gehört eine Fläche entlang der Döpperstraße dazu, die sich nördlich anschließt. „Das Gebiet liegt drei Minuten fußläufig vom Vluyner Ortskern entfernt“, berichtete Olaf Kaspar vom Planungsbüro. „Das Versorgungsangebot ist gut.“

Bei einer ersten Begehung habe er das Gebiet als recht unterschiedlich kennengelernt. Auf der westlichen Seite würden Einfamilienhäuser liegen, die oft sehr gepflegt seien. Auf der östlichen Seite würden sich mehrgeschossige Häuser befinden, die zum Teil erhebliche bauliche Mängel aufwiesen. „Zu den baulichen Mängeln kommen funktionale, zum Beispiel das Wohnumfeld“, meinte er, während er ein Bild einer verwilderten und vermüllten Grünfläche zeigte. „Das Wohnumfeld hat Potential.“

Bevor eine Sanierungssatzung aufgestellt werden könne, seien Sanierungsziele zu formulieren, wie beispielsweise eine „Verbesserung des Wohnumfeldes“, erläuterte er. Zunächst wolle er Kontakt zu Eigentümern und Bewohnern herstellen, ihre Meinungen und Vorstellungen hören, zum Beispiel über Fragebögen und Gespräche. Parallel dazu werde er Daten von der Stadt erfragen. In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 22. April will Olaf Kaspar erste Zwischenergebnisse und im Juni dann den Entwurf einer Sanierungssatzung vorlegen.

Wenn diese Satzung von den übergeordneten Stellen genehmigt ist, kann die Stadt städtebauliche Maßnahmen festlegen, um zum Beispiel das Wohnumfeld aufzuwerten. Für diese Maßnahmen würde sie Fördermittel vom Land erhalten. Außerdem hätte sie im Satzungsgebiet ein Vorkaufsrecht.