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St. Quirinus: Erster Gottesdienst in Neukirchen-Vluyn seit Wochen

Kein Gesang, Kommunion „to go“ : Erster Gottesdienst in Neukirchen-Vluyn seit sieben Wochen

In der Vluyner Antoniuskirche versammelten sich 30 Gläubige, die sich zuvor persönlich angemeldet hatten. Statt eines warmen Händedrucks gab es allerdings einen Sprühstoß Desinfektionsspray.

Zum ersten Mal seit sieben Wochen ist am Sonntag in der katholischen Gemeinde St. Quirinus Gottesdienst gefeiert worden. In der Vluyner Antoniuskirche versammelten sich 30 Gläubige, die sich zuvor persönlich angemeldet hatten. Mit dem Wort „Fürchtet euch nicht!“, das in der Bibel ganze 300 Mal auftaucht, hatte Pfarrer Andreas Fink im Newsletter den Gemeindegliedern Mut zugesprochen. Ebenfalls in diesem Newsletter wurden die Maßnahmen und Handlungsanweisungen für Gottesdienste unter Corona-Bedingungen erklärt.

Und so traten die Gottesdienstbesucher einzeln mit Mund-Nasen-Maske in die Kirche und wurden gewohnt freundlich begrüßt. Statt eines warmen Händedrucks gab es allerdings einen Sprühstoß Desinfektionsspray. Wer wollte, konnte ein Gebet oder eine Fürbitte aufschreiben und in ein Körbchen legen. In dem modernen Kirchenbau, in dem die Bänke im Halbrund um den Altar angeordnet sind, waren die Plätze mit großem Abstand durch Sitzkissen markiert.

Pastor Fink freute sich wieder Gottesdienst feiern zu können, wenn auch unter ungewohnten Bedingungen. Als eine neue Form der Gebetshaltung lud er dazu ein, die Arme und Hände zu öffnen, um so spüren und zu zeigen, dass wir offen sind. Offen für Gott, offen für den Nächsten, offen für die Welt.

Fast kein Gesang, ein „Friedensgruß“ nur aus der Ferne und eine andere Form der Eucharistie – so trugen die Menschen der Ansteckungsgefahr Rechnung. Um dennoch eine gewisse Feierlichkeit zu erleben, gab es Orgelmusik und Gesang von der Kantorin und vom Pfarrer. Die Kommunion gab es „to go“ nach dem Segen: Auf dem Altar waren die Hostien einzeln bereit gelegt worden. Nacheinander kamen die Gläubigen nach vorne und verließen die Kirche durch zwei Seitenausgänge. Nur 35 Minuten dauerte der Gottesdienst – eine gute Viertelstunde kürzer als sonst. „Ungewohnt“ sei es gewesen, meinte Georg Mertens anschließend. Er ist seit Jahrzehnten mit der Antoniuskirche verbunden, gestaltet die Messe als Lektor mit und liebt besonders die Kirchenmusik. „Das Singen habe ich heute am meisten vermissst“, gab er zu, als er aus der Kirche trat. Rund zehnmal wird normalerweise in dieser Gemeinde ein gemeinsamer Gesang angestimmt, liturgische Gesänge und Gemeindelieder.

Auch in der nächsten Zukunft werden die Gemeindeglieder auf das Singen als Gemeinschaftserlebnis und Gotteslob weitestgehend verzichten müssen. Selbst die kurzen liturgischen Wechselgesänge sind durch die Maske mehr ein Murmeln. Jedoch sind für Pfingsten und Fronleichnam besondere musikalische Untermalungen durch Trompete und Cello vorgesehen. „Es war alles da, was zu einem Gottesdienst gehört“, so Pfarrer Fink. „Wir müssen in diesen Zeiten kreativ werden und neue Formen erproben“.

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