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Spielvereinigung Rheurdt-Schaephuysen bekommt einen Kunstrasenplatz.

500.000 Euro vom Land : Spielvereinigung bekommt Kunstrasenplatz

Das Land sagt einen Zuschuss von 500.000 Euro zu. Allerdings drängt die Zeit: Der Zuschuss verfällt, wenn die Gemeinde das Projekt nicht bis zum Februar 2021 vollständig abgeschlossen hat.

Die Zusage kam am Mittwochnachmittag. Die Gemeinde erhält vom Land 500.000 Euro, um den Tennenplatz der Spielvereinigung Rheurdt-Schaephuysen auf dem Sportplatz am Mühlenberg durch einen Kunstrasenplatz zu ersetzen. 275.000 Euro steuert die Gemeinde selbst bei, damit zukünftig beim Grätschen keine rote Asche mehr staubt, sondern beiges Korkgranulat durch die Luft fliegt, mit dem der neue Platz eingestreut ist.

„Auf diese Nachricht hat die Spielvereinigung gewartet“, freut Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen. „Der Tennenplatz mit roter Asche wurde 1986 angelegt. Er ist aufgebraucht und zu überarbeiten.“ SPD, Grüne und FDP hatten im Vorfeld gemeinsam den Antrag gestellt, eine große Lösung für den Aschenplatz am Mühlenberg zu suchen. Fußballvereine in den Kreisligen steigen seit den 2010er Jahren auf Kunstrasenplätze um, um Jugendliche leichter binden zu können, zum Beispiel im Frühjahr 2018 Kreisklasse-A-Ligist Alemannia Kamp.

Wie dort am Fuße des Kamper Berges in Kamp-Lintfort, ist bei der Sportplatzplanung am Mühlenberg in Rheurdt das Büro „Geo3“ eingebunden. Das Büro aus Bedburg-Hau plante am Niederrhein mehrere Sportanlagen. Das bekannteste ist das Trainingszentrum des Fußballbundesligisten VfL Borussia Mönchengladbach. Dieses Büro hat bereits das Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung erstellt, die gerade durch die Gesellschaft für Kommunallogistik, KomLog, in Angriffe genommen wird, an der Rheurdt beteiligt ist.

„Bereits am 27. April haben wir von der Bezirksregierung den Hinweis bekommen, dass wir voraussichtlich einen Zuwendungsbescheid erhalten“, erläutert Klaus Kleinenkuhnen den Zeitplan, um den Sportplatz mit insgesamt 775 Euro zu modernisieren. „Wir hoffen, dass die Ausschreibung schnell geht und im Juli mit den Arbeiten begonnen werden kann. Realistisch ist, bis Ende 2020 fertig zu sein. Spätestens bis zum 28. Februar 2021 hat die Maßnahme umgesetzt und abgerechnet zu sein. Sonst verfallen die Fördermittel.“

Die kleinste Gemeinde am unteren Niederrhein gehört zu den ersten vier Kommunen in den Kreisen Wesel und Kleve, die diese Mittel aus dem Fördertopf „Strukturentwicklung ländlicher Räume“ erhalten. Dieser Fördertopf wird vom Landwirtschafts- und Umweltministerium gespeist, um Sportanlagen, die in die Jahre gekommen sind, zu modernisieren, um Jung und Alt für den Breiten- und Vereinssport zu begeistern. „Neben der Verbesserung des Wohnumfeldes in den ländlichen Ortsteilen spielen bei der Umsetzung auch ökologische Aspekte eine Rolle“, erläutert Ralph Merten als Dezernatsleiter bei der Bezirksregierung Düsseldorf.

Die Ökogemeinde konnte punkten, weil sie sofort zusammen mit dem Büro „Geo3“ auf die Ökologie setzte. Nachdem das Kunststoffgranulat, das früher bei Kunstrasen eingestreut wurde, in die Diskussion gekommen war, da es als Mikroplastik ins Grundwasser gelangt, planen Gemeinde und Büro mit einem Korkgranulat. Dieses ist nicht nur ökologisch besser, sondern lässt den künstlichen Rasen im Sommer nicht so warm werden.

Info: Bekenntnis zum ländlich geprägten Raum

Die Bezirksregierung sieht die Fördermittel als Bekenntnis zum ländlich geprägten Raum, wie Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher sagt: „Die Mittel kommen kurzfristig sowohl den Einwohnern unserer ländlich gelegenen Kommunen als auch der Wirtschaft zu Gute, welche von der Coronakrise getroffen sind.“