Sicherheit in Rheurdt: Diebe brechen immer seltener in Häuser ein.

Sicherheit in Rheurdt : Diebe brechen immer seltener in Häuser ein

In der Polizeistatistik erreicht die Zahl der Einbrüche Anfang Oktober ein neues Rekordtief. Gleichzeitig wächst die Gefahr durch Enkeltricks.

Rudolf Dinkhoff brachte erfreuliche Nachrichten aus Kalkar mit, wo das Kommissariat Vorbeugung des Kreise Kleve sein Sitz hat. „Vom 2. bis 8. Oktober wurden nur fünf Einbrüche im Kreis Kleve gemeldet“, berichtete der 57 Jahre alte Kriminalhauptkommissar am Montagabend im Rheurdter Rathaus. „Ich kann mich nicht an eine so niedrige Anzahl für eine Woche erinnern. Insgesamt geht die Anzahl der Einbrüche seit Jahren zurück.“ Bei der Informationsveranstaltung „Wie schütze mein Hab und Gut“ prognostizierte er allerdings für die nächsten Wochen einen Anstieg der Einbruchszahlen. Es naht die dunkle Jahreszeit.

Das schlägt sich in der Polizeistatistik der vergangenen Jahre nieder. Wären die Einbrüche über alle Monate im Jahr gleich verteilt, würden jeden Monat gut acht Prozent der jährlichen Einbrüche gemeldet werden, zeigte Dinkhoff an Graphiken für Wohnungen und Einfamilienhäuser. In den Sommermonaten waren es jedoch nur um die fünf Prozent, in den Wintermonaten um die 15, also dreimal so viele.

Die meisten Einbrecher seien Gelegenheitsdiebe, würden ein Haus nicht länger beobachten, bevor sie einbrechen würden. Den Zugang würden sie vor allem über die Terrassentür suchen, die sie aufhebeln würden. Entsprechend gut sollte diese gesichert werden. „Sie benötigen dafür 30 Sekunden bis zu drei Minuten“, berichtete der Kriminalhauptkommissar.

Die Diebe würden versuchen, in möglichst kurzer Zeit in eine Wohnung oder ein Haus einzudringen und möglichst schnell wieder zu verlassen. „47 Prozent der Einbrüche wurden 2018 abgebrochen, weil es den Einbrechern nicht schnell genug ging“, sagte Rudolf Dinkhoff. „Als ich 2006 im Kommissariat Vorbeugung angefangen habe, waren es nur 32.“ Er führte den Trend vor allem auf eine bessere Sicherung der Gebäude zurück.

Diese hänge wiederum mit der Sorge der Besitzer zusammen, jemand anderes könne die eigene vier Wände eindringen. Vor allem im Schlafzimmer suchen Einbrecher nach Geld und Schmuck. Mit jedem Einbruch gehe das subjektive Sicherheitsgefühl der Bestohlenen verloren. Nicht selten hätten sich Einbruchsopfer in ärztliche und therapeutische Behandlung zu begeben. Insgesamt stellte Kriminalhauptkommissar Dinkhoff eine Veränderung fest. Während die Anzahl der Einbrüche zurückgehe, steige die Zahl der Enkeltricks und der falschen Polizeibeamten am Telefon. Diese würden Menschen auffordern, vorübergehend Geld und Wertgegenstände einem Kollegen zu geben, um diese so vor Diebstahl zu schützen, weil ihr Haus auf der Liste einer Einbruchbande stehe.

Am Montag, 14. Oktober, laden Polizei und DRK um 15 Uhr ins Haus Quademechels ein, das an der Ecke von Meistersweg und Rathausstraße liegt. Kriminalhaupthauptkommissarin Stefanie Bodden-Bergau spricht dann über den Enkeltrick und falsche Polizeibeamte am Telefon, die an das Ersparte älterer Menschen kommen wollen.

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