Seewerk gelingt beeindruckende Symbiose der Kulturen.

Neukirchen-Vluyn : Brokopondo-Projekt endet mit buntem und lautem Schlussakkord

15 Künstler aus Suriname haben in den vergangenen Wochen miteinander gearbeitet. Zum Abschluss wurde in der Vluyner Kulturhalle gefeiert.

Das vielleicht größte Kompliment des Abends kommt von George Struikelblok, Vorsitzender der „Federation of Visuel Artists in Suriname“: „Wir Künstler aus Suriname und die deutschen Künstler – wir haben uns gegenseitig inspiriert.“ „Grenzüberschreitung“ war die Überschrift für das gemeinsame Brokopondo-Projekt in den zurückliegenden Wochen – an unterschiedlichen Kunstorten der Region. Grenzüberschreitung – darf die sein?

Wer Besucher und Künstler in der abgedunkelten Kulturhalle von Neukirchen-Vluyn erlebt, wie sie gestikulierend miteinander sprechen und lachen, essen und tanzen – der muss in diesem Hass- und Hetze-Herbst mit seiner Engstirnigkeit bis tief hinein ins bürgerliche Lager sagen: „Grenzüberschreitung“ muss sein, vor allem in diesen Tagen. Denn wie sonst sollte das Neue, das Bunte, das Überraschende in die Welt kommen? Von wem sonst sollten wir lernen – als von anfangs Fremden, die im Gespräch und über die Kunst zu Freunden werden?

Nach dem Besuch des Seewerks in Suriname ging das Kunstabenteuer am Niederrhein weiter. 15 Künstler aus Suriname schufen zusammen mit ihren deutschen Kollegen am Silbersee in Kapellen neue Kunstwerke. Ausstellungen in Kalkar, in Neukirchen-Vluyn, auf der Kulturinsel Nepix Kull und auf dem Gelände des Seewerks präsentieren die Ergebnisse künstlerischen Schaffens. Dass das Brokopondo-Projekt, das die Organisatoren seit 2016 vorbereitet hatten, so erfolgreich war, freut Angelika Petri sichtlich.

Bürgermeister Harald Lenßen begrüßt die „Freunde und Gäste aus Südamerika“ in der Vluyner Halle und auch ihm ist anzumerken, dass er sich auf die Begegnungen freut. Es hat die Leichtigkeit einer Abschlussfeier nach manchmal vielleicht anstrengenden, aber immer ergebnisreichen Tagen. Die 15 Künstlerinnen und Künstler aus Suriname, Angelika Petri und Frank Merks von der Kunst-Initiative „Seewerk“, die Vertreter aus dem Museum Kalkar und dem Dominikaner Bongert – alle sind sich gewiss, dass Brokopondo, dass der Austausch, die Energie, die gemeinsamen Ideen – dass das Projekt gelungen ist.

So legt sich eine Freude über den Saal, den die Taiko-Trommeln aus der Performance des Shaki-Tanztheaters mal ordentlich zum Vibrieren bringen. Die Bodypainting Performance von Furgin van Gemd, Marion Mathieu und Jörg Parsick-Mathieu verleiht Stimmungen und Gefühlen nicht nur Bewegung, sondern auch Farbe. Göllmann und Göllmann aus Solingen ergänzen mit ihrer Musik zarte Poesie.

Reichlich Zwischenapplaus belohnt die Künstler. Und dann löst sich die Spannung des Abends und des Brokopondo-Projekt auf in Musik und Tanz. Mit dieser formidablen Schlussveranstaltung hat das „Seewerk“ einer gelungenen Aktion einen würdigen Abschluss beschert. Die Kunstwerke und Bilder und Erinnerungen von Brokopondo.

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