Neukirchen-Vluyn: Schwing setzt auf Hochschule Niederrhein

Neukirchen-Vluyn: Schwing setzt auf Hochschule Niederrhein

Beim international agierenden Neukirchen-Vluyner Unternehmen Schwing Technologies optimieren drei Maschinenbau-Studenten ein thermisches Reinigungssystem für Industriekunden.

Jens Weinert, Lena Propach und Moritz Roux sind Studierende der Hochschule Niederrhein. Derzeit ist im Rahmen ihrer Arbeit im Masterstudiengang das Neukirchen-Vluyner Unternehmen Schwing, Spezialist für Anlagenbau und thermische Reinigungssysteme, der Geschäftspartner. Schwing gehört zu den rund 300 Projektanbietern an der Hochschule Niederrhein. Im Mittelpunkt steht das tonnenschwere System Maxiclean, das in der Werkshalle an der Oderstraße seinen festen Platz hat. "Wir reinigen für Kunden ohne eigene Reinigungsanlage kunststoffverschmierte Werkzeug- und Maschinenteile", erläutert Reinhold Bergmann, Leiter Reinigungsdienstservice, das Leistungsspektrum. Im Jahr fallen mehr als 250.000 unterschiedliche Werkstücke von Unternehmen der Kunststoff- und Faserindustrie, der Chemie-, Metall- und Automobilbranche an, die nach höchsten Qualitäts- und Umweltstandards gereinigt werden.

Kunststoff ummantelt beispielsweise schwere Extruderschnecken, die für den betrieblichen Einsatz eines Unternehmens ausfallen. Der thermische Reinigungsvorgang im Maxiclean von der Größe einer Doppelgarage dauert etwa zehn Stunden und bringt eine sauberes wie intaktes Maschinenteil zum Vorschein. Für die drei Studierenden mit Fachrichtung Maschinenbau und Verfahrenstechnik ist der Maxiclean Studienobjekt und Herausforderung zugleich. "Der Grundkorpus hat Übermaß. Wir beziehen ihn aus Amerika. Schon beim Transport per Containerschiff stehen wir vor einer Herausforderung. Einfach zu sperrig", beschreibt Axel Sokol, technischer Leiter, die immer wiederkehrende Transportsituation, die sich dann beim fertigen Produkt, dem System Maxiclean, bei der Auslieferung an den Kunden wiederholt. Für das international aufgestellte Klientel fallen aufgrund von Übergröße höhere Kosten an. Daher galt das Interesse der Firma Schwing, die Transporteigenschaften zu optimieren, um Kosten zu senken. Die Aufgabe, das Format des Maxicleaners zu optimieren, übergab Schwing aufgrund guter Erfahrungen an Prof. Patric Enewoldsen, Dekan an der Hochschule, Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Die Koordination des Projekts übernahm Schwing-Mitarbeiter Alexander Endemann (29). Als Projektleiter sorgte er für so genannte Meilenstein-Meetings. "Dabei ging es zunächst darum, das Projekt in seiner Besonderheit vorzustellen", sagt Endemann. Der Austausch mit beinahe Gleichaltrigen funktioniere, so Endemann, der als "Brückenbauer" zwischen Unternehmen und Hochschule fungiert. Mit neuem Wissen machte sich das Trio ans Werk, berechnete und konzipierte mit Erfolg eine Anlage in modularer Bauweise. "Wir haben das System Maxiclean in seine Bauteile zerlegt und für Kunden den bisherigen Umfang deutlich reduzieren können", sagt Jens Weinert (23). Die gestellte Aufgabe sei spannend und vor allem praxisorientiert gewesen. Weitere Pluspunkt: "Als Außenstehende können wir einen neuen Blickwinkel auf die firmeneigene Produkte entwickeln", sagt Weinert. Für die Firmenleitung ein tatsächlicher Gewinn, wie Sokol bestätigt. "Wir werden das Konzept bei uns direkt umsetzen." Die Präsentation an der Hochschule Niederrhein ist für Ende März geplant.

(RP)
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