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Neukirchen-Vluyn: Schwing putzt schmutzige Maschinen-Teile

Neukirchen-Vluyn : Schwing putzt schmutzige Maschinen-Teile

Das an der Oderstraße in Neukirchen-Vluyn ansässige Unternehmen ist in der Kunststoffindustrie weltweit bekannt. Es stellt Systeme zur Reinigung von Maschinenteilen her. Noch in diesem Jahr soll eine neue Montagehalle entstehen.

Für Ewald Schwing ist die Arbeit ein Jungbrunnen. "Sie macht mir Spaß und hält mich geistig fit", sagt der Seniorchef der Schwing Technologies. Am Samstag feiert er seinen 80. Geburtstag - und immer noch ist er jeden Tag im Betrieb an der Oderstraße in Neukirchen-Vluyn. "Ich habe das Gefühl: Ich kann noch etwas zum Erfolg der Firma beitragen."

Eigentlich sind es zwei Unternehmen, die in mehreren Gebäuden an der Oderstraße ansässig sind: Die Schwing Verfahrenstechnik handelt mit Prozess-Messgeräten. Der Name Schwing Technologies steht in der Fachwelt seit Jahrzehnten dagegen für die Reinigung von Maschinenteilen aus der Kunststoffindustrie. Ursprünglich arbeitete Schwing in Lizenz für einen amerikanischen Hersteller, dann baute er eine eigene Produktion auf. "Unser Prinzip war es immer, so viel wie möglich auszulagern", erklärt Schwing. So erfolgt in Neukirchen-Vluyn lediglich die Endmontage und Programmierung der weltweit gefragten Geräte.

In einer Halle bietet Schwing auch eine "Lohnreinigung" an: Dort können Unternehmen der Kunststoff-Industrie Maschinenteile gegen Entgelt reinigen lassen: Formen, Filter, Düsen kommen verklebt an und verlassen den Betrieb schön sauber und rein, um erneut in der Produktion eingesetzt zu werden. Es gibt verschiedene Systeme der Reinigung, bei allen geht es im Prinzip aber darum, dass der organische Schmutz bei 400 bis 550 Grad verbrannt wird.

Ende der 60er Jahre entdeckte gelernte Industriekaufmann Ewald Schwing die thermische Reinigung als Geschäftsfeld. "Wir waren Pioniere auf dem Gebiet." 1969 gründete er die Firma zusammen mit seiner Frau Ingrid. Erster Firmensitz war ihre damalige Dachgeschoss-Wohnung in Duisburg-Buchholz. "Und im Keller hatten wir eine kleine Versuchsanlage", sagt Schwing. Er ist im Duisburger Süden aufgewachsen. "Mein Vater hatte eine Spatzenfallenfabrik, dort hab ich mir Taschengeld dazuverdient."

Nach Neukirchen-Vluyn zog Schwing Technologies 1975. "Wir sind ein Familienunternehmen", betont der Seniorchef. Ingrid Schwing war bis zu ihrem 60. Geburtstag für Personal und Buchhaltung zuständig, Tochter Barbara war Ewald Schwings Assistentin, Sohn Thomas Schwing, gelernter Wirtschaftsingenieur, leitet heute die Geschäfte. "Er ist unser Experte für Amerika", sagt der Seniorchef. Die USA sind ein wichtiger Absatzmarkt für die Firma. Ewald Schwing selbst ist Fachmann für Asien. 1983 war er erstmals in China und hat dessen Öffnung über die Jahre miterlebt. "Es ist frappierend zu sehen, was aus dem Land geworden ist." Noch im vergangenen Jahr hat Schwing zwei Messen in China besucht. "Energieeinsparung und Umwelt sind dort derzeit große Themen. Damit rennen die Chinesen bei uns offene Türen ein."

Die Geschichte seiner Firma sei voller Aufs und Abs, sagt der 79-Jährige. Derzeit geht's nach oben. Eine Expansion steht bevor. An der Oderstraße, neben den bestehenden Firmengebäuden hat Schwing ein Grundstück gekauft. Noch in diesem Jahr soll dort eine 1600 Quadratmeter große neue Montagehalle entstehen. Dann wird auch die Zahl der derzeit rund 80 Beschäftigten wachsen. "Wir werden fünf bis zehn neue Mitarbeiter brauchen."

(RP)