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Schulterschluss gegen Kies-Pläne in Neukirchen-Vluyn

Bürger, Verwaltung, BUND : Schulterschluss gegen Kies-Pläne in Neukirchen-Vluyn

Das Online-Format des Vhs-Stadtgesprächs begleiteten die Bürgerinitiative „Mitgestalten-NV“, Alpens Bürgermeister Thomas Ahls, Petra Schmidt-Niersmann vom BUND, Dezernent Ulrich Geilmann und Bürgermeister Ralf Köpke.

Das Thema Kies auf rund 180 Hektar landwirtschaftlicher Fläche in Neukirchen-Vluyn – das entspricht 254 Fußballfeldern – bestimmte die Diskussion in der Stadt in den vergangenen Tagen. Den Auftakt machte das Online-Format des Vhs-Stadtgesprächs mit 20 Teilnehmenden, gefolgt von der zweiten Abgrabungskonferenz des Regionalverbands Ruhr (RVR) und der Demonstration in Kamp-Lintfort gegen den Abbau. Die Bürgermeister der betroffenen Kommunen, die Bürgerinitiativen sowie Bürger positionierten sich gegen die Pläne, die derzeit im Umlauf sind.

Das Vhs-Stadtgespräch zählte mehr als 420 Aufrufe und ist über Youtube als Aufzeichnung noch zu sehen. André Krohn, der für die betroffenen Landwirte als Vhs-Gesprächspartner Position bezog, freute sich zwar über den Termin. „Aber das direkte Gespräch im größeren Kreis hat doch noch eine andere Qualität und hätte mehr Menschen direkt erreicht“, so der Landwirt.

Während die verschiedenen Themen bei den Veranstaltungen angesprochen und aus verschiedensten Perspektiven erörtert wurden, kritisierte Sascha Kruchen von der Initiative der Kiesunternehmen „Zukunft Niederrhein“ die Proteste und sprach von einer lauten Minderheit.

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„Ich denke, wenn sich vier Bürgermeister, die Parteien an der Aktion beteiligen und sich den Bürgerinitiativen anschließen, kann nicht von einer Minderheit zu Rede sein. Und schon gar nicht lassen wir uns als ‚laut‘ und ‚Minderheit‘ bezeichnen“, konterte Krohn. Der Vorwurf Kruchens, an sachlichen Informationen rund um die Thematik kein Interesse zu haben, sei schon unverschämt. Das Vhs-Gespräch begleiteten die Bürgerinitiative „Mitgestalten-NV“, Alpens Bürgermeister Thomas Ahls, Petra Schmidt-Niersmann (BUND), Dezernent Ulrich Geilmann sowie Bürgermeister Ralf Köpke. „Wir ziehen an einem Strang und beteiligen uns am gemeinsamen Vorgehen, das bis zur Klage beim Oberverwaltungsgericht Münster reicht“, so Köpke.

Unterschiedliche Argumente und Fakten wurden in dem zweistündigen Gespräch erörtert. Petra Schmidt-Niersmann wies auf die Filterwirkung von Kies und Sand hin, die bei einem Abbau gestört werde. Die Nähe zur Eyller Deponie und zur Abraumhalde „Norddeutschland“ sei zu berücksichtigen. „Wir haben Rohwasser von höchster Qualität“, sagte sie. Ein Eingriff könne zu einer mittleren Umweltkatastrophe führen und stelle ein gefährliches Problem dar, das durch Monitoring begleitet werden müsse. Nach einem Abbau gebe es zwar eine Rekultivierung, aber keine Renaturierung.

André Krohn sprach die Nutzer der Wasserflächen an, nämlich die Kolonien von Wildgänsen, und die Folgen. Auch mögliche Vorgehensweisen wie der Kauf strategischer Flächen durch die Stadt oder aber der Austritt aus dem RVR, frühestens in acht Jahren möglich, kamen zur Sprache. Kritisiert wurden auch Verfahren, wonach bei der benötigten Bedarfsanalyse Flächen vom zuständigen Geologischen Dienst überflogen würden, ohne unter anderem den tatsächlichen Bedarf und die betriebliche Nutzung zu kennen.

Die Stadt Neukirchen-Vluyn, so Köpke, suche weiterhin das Gespräch und entscheide gemeinsam über die weitere Vorgehensweise. „Jetzt warten wir ab, was noch kommt und wie das Oberverwaltungsgericht die Sache sieht.“