Neukirchen-Vluyn: Schüler arbeiten mit Laptop und Samen

Neukirchen-Vluyn: Schüler arbeiten mit Laptop und Samen

Die Pestalozzischule in Vluyn machte Mädchen und Jungen zu "Umwelthelden". Unter der Anleitung von Experten sammelten sie Wissen über das Leben und Sterben von Bienen.

Dickes Lob haben die Grundschulkinder der Pestalozzischule eingefahren. Sie sind anerkannte "Klimahelden". Die Urkunde übergab ihnen der städtische Klimaschutzmanager Stephan Baur. Verdient gemacht haben sie sich mit ihrem Bienenprojekt. Die Arbeitsergebnisse stellten sie gestern der Öffentlichkeit vor. Dazu gehört auch eine 100 Quadratmeter große Wiese, die gemeinsam mit dem Grünflächenamt vorbereitet und mit Wildblumen eingesät wurde.

Mit Begeisterung hatten die Kinder ihren Tag sogar mit einem "Bienenbattle" musikalisch vorbereitet. Ein Volltreffer für Schulleiterin Regina Beste-Henke, die viele Fachleute wie Imker mit ins Boot holen konnte und mit einer Exkursion zum Nabu-Naturschutzzentrum begeisterte. "Super Kooperationen. Das Projekt zum Thema Bienenschutz ist nachhaltig angelegt und hat auch die Eltern unserer Schulkinder erreicht", so die Schulleiterin. Die Arbeit gliederte sich in verschiedene Bereiche, bot Basteleinheiten zu Insektenhotels und Bienenfiguren. Der Aufbau eines Bienenstocks wurde thematisiert, ebenso das Leben der Nektar- und Pollensammlerinnen und ihre so wichtige Bestäubungsarbeit. "Die Kinder haben verschiedenste Insekten kennengelernt, können Hornissen, Hummeln, Bienen und Wildbienen unterscheiden", so Beste-Henke. Auch die Angst vor einem Stich konnte beim Besuch des Naturschutzzentrums mit Hilfe einer Drohne abgebaut werden. "Nicht jede Biene hat einen Stachel. Vor allem, wann die Bienen stechen können, wissen die Kinder und verhalten sich entsprechend", so die Schulleiterin. Welche der Aktionen besonders faszinierte, ist schwer zusagen. Das neue Wissen sprudelte gestern nur so aus ihnen heraus. "Für 300 Gramm Honig muss die Biene 20.000 Mal ausfliegen", sagte Nils (10). Von "ganz fleißigen Bienen" sprach Lars (10). Respekt schwingt mit. Fynn und Max (beide 9) haben mit dem Laptop eine Art Tagebuch zur Projektwoche geschrieben. Dass man den Garten auch ein Stück wild gestalten darf, um Bienen einen Lebensraum und eine Nahrungsgrundlage zu bieten, sei auch bei den Eltern angekommen, versicherten die jungen Experten. Naturkreisläufe sind auf einfachste Art transparent geworden. Marian Amend (33) vom Imkerverein Krefeld hat mit den Kindern gearbeitet. "Komplett firm und sehr fachbezogen", so sein Urteil. "Wichtig ist, die zivilisatorische Bedeutung der Biene zu vermitteln", so der Imker. Die Summe an Krankheiten und Belastungen mache den Bienen derzeit zu schaffen.

(sabi)